Das Auto, unser bestes Stück...

Ich denke das viele Fußball Fans und vor allem Groundhopper einen besonderen Bezug zu ihrem Auto haben, sofern sie denn berechtigt sind eines zu führen.

Immer wenn ich mich von einem treuen Weggefährten trennen muss kommen bei mir unweigerlich die Erinnerungen wieder hoch was man mit dem Blechhaufen so für Abenteuer erlebt hat, das alleine würde schon reichen um ganze Bücher zu füllen.

Da es bei mir gerade mal wieder so weit ist, wo ich in Erwägung ziehen muss mir ein neues Beförderungsmittel zuzulegen und dem “alten” den wohlverdienten Ruhestand zu gönnen, habe ich mal so meine Fahrzeugflotte seit dem Erwerb der Fahrerlaubnis mit zarten 18 Lenzen Revue passieren lassen.

Da kommt schon einiges an Kutschen zusammen so über die Jahre und zu jedem fielen mir sofort irgendwelche Anekdoten ein. Das ist so viel Stoff das ich jedem Auto ein eigenes Kapitel gönnen werde um das Andenken an jeden einzelnen zu würdigen, denn das haben sie sich wohlverdient!

 

Kapitel 1

Was habe ich auf meinen 18. Geburtstag hingefiebert um endlich den Lappen abholen zu können. Dieser fiel dann auch noch ausgerechnet auf einen Samstag, so dass die Tortur um 2 Tage verlängert wurde. Montags stand ich beizeiten vor der Führerscheinstelle und endlich, da war er, der Führerschein.

Vorbei schien die Zeit wo man durch Wind und Wetter mit dem Moped hoch zum Betzenberg fahren musste!

Ein eigenes Gefährt hatte ich ja noch nicht, aber das Augenmerk wurde auf das Gefährt von Muttern gelegt, die mir ja schon signalisierte das ich den Wagen natürlich benutzen durfte wenn sie ihn nicht brauchen würde.

Die ersten Tage vergingen und ich konnte endlich komfortabel durch die Gegend kutschen.

Aber es kam wie es kommen musste, zum nächsten Heimspiel musste ich wieder mit dem Moped fahren, weil Papa nicht zu Hause war und Mama ihre Schleuder Samstags brauchte. Wieder mal wurde ich ordentlich gewaschen auf dem Heimweg, so dass schon unterwegs der Gedanke reifte mir ein eigenes KFZ anzuschaffen. Dieses Vorhaben verfolgte ich dann auch sofort und Intensiv. Mit meinem Lehrlingsgehalt waren natürlich keine großen Sprünge drinnen. Aber der Zufall wollte es so das der Arbeitskollege meiner Schwester einen Wagen loswerden wollte.

 

Ein Bild habe ich leider nicht von der Karre, aber genau so sah die Kiste aus halt nur kackbraun

Zu einem günstigen Tarif erstand ich somit meinen ersten Gebrauchtwagen, einen kackbraunen Opel Kadett D. Die Kiste hatte zwar schon die besten Tage hinter sich, aber für mich bedeutete diese Kiste die unendliche Freiheit, man war ich Stolz auf diesen Blechhaufen. Die folgenden Heimspiele waren ein einziges Fest, endlich konnte mir das Wetter scheissegal sein.

Die neue Freiheit wollte ja dann genutzt werden und somit war es auch endlich an der Zeit den nächsten Schritt zu machen, ein Auswärtsspiel mit dem eigenen Wagen anzusteuern!

Am 25.04.92, 4 Wochen nach dem Erhalt des Führerscheins, war es soweit!

Es ging Auswärts mit dem eigenen Auto und das auch noch zum Derby nach Karlsruhe. Nun ja die Distanz war ja überschaubar aber irgendwie doch ein Abenteuer. An  solchen Schnicksack wie Navis war ja da noch nicht mal zu denken, ich musste mich nur nach den Schildern bis zum Stadion durchkämpfen. Damit hatte ich so meine Probleme beim ersten mal.

Diese erste Auswärtstour war also somit aufregend und lehrreich zugleich, man sollte eben auch nicht seinen Wagen hinter der Heimkurve parken. Das sorgt nicht gerade für ein entspanntes Stadionerlebnis, aber dennoch kamen Besatzung und Fahrzeug wieder wohlbehalten in der Pfalz an.

Das nächste Auswärtsspiel sollte nicht lange auf sich warten lassen und führte den Kadett und 4 unentwegte nach München ins Olympiastadion. Dort verlief alles reibungslos, aber auf der Fahrt musste ich dann aber leider feststellen das mein brauner Flitzer mit seinen stolzen 250000 Kilometern für solche Distanzen nur noch bedingt geeignet war.

Es folgten dann zwar noch ein paar Fahrten, aber seit dem Trip nach München nutzte ich meistens nur noch den Wagen von meiner Mutter.

Trotzdem bleibe ich meinem ersten Auto immer verbunden, hat er mich doch langsam herangeführt die große weite Welt alleine zu erkunden.

                                                   R.I.P. Kadettilac !!

 

 

Kapitel 2

Das Auto von Muttern gewann dann auch immer mehr an Bedeutung für meine Aktivitäten und langsam kam der Wunsch auf auch einmal International tätig zu werden.

Dies sollte auch nicht lange auf sich warten lassen, am 24.11.1992 war es soweit, mein Verein war im UEFA Cup bei Ajax Amsterdam gefordert. Das war aber für mich und meinem damaligen Kumpel der Anlass uns relativ blauäugig in das Auslandsabenteuer zu stürzen, wo wir sportlich sang und klanglos mit 3-0 untergingen.

Wie es dem Bericht zu entnehmen ist, war es wahrlich ein Lehrreicher Ausflug den wir da unternommen hatten und außer einem kaputten Auto und einer Anzeige am Hals konnten wir nichts zählbares mit nach Hause nehmen. Am Rande sei noch erwähnt das wir uns unsere Rache im Rückspiel nicht nehmen ließen.

Von diesem Ausflug stammt auch meine Aversion gegen diesen Landstrich und seine Bewohner.

Das zweite Spiel das mir bei der Kiste sofort in den Sinn kommt ist mein erster Besuch auf dem Gladbacher Bökelberg am 20.03.1993. Zu der Zeit wusste ich solche Stadien noch nicht so zu würdigen wie sie es eigentlich verdient hatten. Aber es war der erste von noch vielen Besuchen an diesem ehrwürdigen Ort und der blieb mir in besonderer Erinnerung, wie das epische Duell zwischen Martin Dahlin und Axel Roos.

Auch noch ein Spiel an der alten Wedau in Duisburg muss noch erwähnt werden, denn am 10.04.1994 fuhren wir mit dem blauen Rennwagen zum höchsten Auswärtssieg meiner Truppe den ich je Live vor Ort verfolgen durfte. An diesem Tag wurde der MSV regelrecht verprügelt und mit 1-7 vom Platz gefegt.

Aber auch dieses Wägelchen ist schon über die Regenbogenbrücke in den Autohimmel aufgestiegen, vergessen werde ich meine Erlebnisse mit dem Auto aber auf keinen Fall.