Alarm an Weihnachten

26.12.15 Alarm an Weihnachten

 

Wer kennt das nicht?

Das ganze Jahr über kümmert es keinen wie es einem geht, aber an Weihnachten kommt die ganze bucklige Verwandtschaft aus ihren Löchern gekrochen um einem auf den Wecker zu gehen?

Um dann ganz nebenbei Geschenke abzustecken und um über irgendwelche dummen Dauerthemen letztendlich in Streit zu geraten, der dann frühestens bis zum nächsten Weihnachtsfest beigelegt ist.

Gott sei Dank rollt auch über die Weihnachtsfeiertage der Ball, und somit ging es fast schon traditionell am 2. Weihnachtsfeiertag nach Belgien zum Fußball.

Dieses Jahr fanden sich sogar noch ein paar weihnachtsmüde Mitfahrer.

Um 12 h ging los Richtung Belgien, genauer gesagt nach Charleroi. Auf einem Mitfahrerparkplatz im Saarland wurde das Team für den heutigen Einsatz komplettiert. Gegen 16 h waren wir dann auch am Ort des Geschehens eingetroffen, natürlich nicht ohne vorher noch ein wenig zu shoppen, da ja auch die Geschäfte geöffnet haben.

Zuerst holten wir unsere reservierten Tickets ab, dies wurde aber durch akribische Kontrollen erschwert, aber letztlich gemeistert. Unzählige Soldaten mit Maschinengewehren Patroulierten vorm Stadion, sogar ein Wasserwerfer war in Stellung gegangen. Was erwarten die hier heute?

Nun Stand der zweite Punkt auf der Agenda in Form des aufsuchens einer "asseligen Frituur zu Erledigung aus, dies sollte aber an einem so charmanten Ort wie Charleroi kein Problem darstellen.

Somit war auch gleich eine gefunden, deren Inhaber wirkte anfangs etwas überfordert, konnte uns aber dennoch verköstigen.

Auch die Toiletten waren ein Erlebnis, wer einen Anfall von Darmproblemen bekommt sollte auf jeden Fall im Besitz eines aktuellen Impfpasses sein. Grausam !

Die größte Überraschung aber kam beim bezahlen:

Für 2 Burger und 2 Portionen Pommes wollte er lediglich 4 Euro, anfänglich hielt ich es für einen Irrtum, aber auch nach mehrmaligen Nachfragen blieb es bei den 4 Euro. Schulterzuckend und mit einem Grinsen im Gesicht verliesen wir dieses liebliche Lokal in Richtung Stadion.

 

Das Stade du Pays de Charleroi machte von außen einen gedrungenen Eindruck, was wohl daran lag das es nach der EM 2000 wieder zurückgebaut wurde auf ein Fassungsvermögen von 14 000 Zuschauern. Am Standort des Stadions wird schon seit 1923 Fußball gespielt, 1939 wurde dort das Stade du Mambourg eröffnet das bis 1999 auch so blieb.

Für die Europameisterschaft 2000 wurde das Stadion grundlegend umgebaut und auf ein Fassungsvermögen von rund 30000 Plätzen erweitert, und am 24.5.99 mit einem Spiel gegen den FC Metz eingeweiht.

Nach der EM, und von 2012 bis 2014 wurde das Stadion dann Stück für Stück auf die jetzige Größe zurückgebaut. Optisch fragwürdig, aber akustisch ein Volltreffer, aber gerade deswegen eine willkommene Abwechslung zum Deutschen Stadionallerlei.

Für Sporting Charleroi die mit der Stammnummer 22 einer der ältesten Belgischen Fußballvereine sind, aber auch einer der Erfolglosesten mit 0 Titeln. Für den Verein ist das Stadion in der jetzigen Größe völlig ausreichend.

Während der EM 2000 fanden 3 Vorrundenpartien hier statt, unter anderem das Spiel England vs. Deutschland am 17.06.2000 das die Engländer 1-0 für sich entscheiden konnten und Deutschland das Turnier vorzeitig verlassen musste.

 

Unsere Plätze auf der Haupttribüne nahmen wir mit bester Sicht auf beide Fan Lager auf dem Unterrang ein.

Aus Genk waren ca. 400 Mann angereist und sorgten für ausgelassene Stimmung im Gästeblock. Auch der Heimblock wusste von Beginn an zu überzeugen.

Die Gäste zündelten zum Intro ordentlich, auch während dem Spiel brannte und rauchte es immer wieder mal. Sehr gelungener Auftritt der Fans aus Genk.

Die Fans der Heimelf gab zum Intro eine gelungene Choreo, und zum Beginn der 2. Halbzeit auch eine Pyroshow. Fantechnisch gesehen war das das Beste was ich in Belgien seit langem gesehen habe.

 

Auf dem Platz wurde Belgien Typisch von der ersten Minute an Gefightet. Das Harte aber dennoch faire Spiel endete mit einem schmeichelhaften 1-0 für die Hausherren, das Tor fiel direkt nach einer Spielunterbrechung Mitte der 2. Halbzeit.

Diese Unterbrechung war auch der zweifelhafte Höhepunkt des Spiels. Auf einmal ertönte eine Sirene und die Aufforderung das Stadion umgehend zu verlassen, der Schiedsrichter unterbrach daraufhin etwas irritiert das Spiel. Die Ratlosigkeit im Stadion war überall spürbar, die Ordner vor uns schauten sich fragend  an.

Zuschauer drängten in Richtung der Ausgänge, wobei hier von einer zügigen Räumung keine Rede sein konnte. Wir blieben in dem allgemeinen Chaos erstmal mit einem unguten Gefühl auf unseren Plätzen, nach draußen wären wir ohnehin nicht gekommen. Nach 5 Minuten gab es Entwarnung und die Zuschauer strömten zurück ins Stadion und das Spiel wurde fortgesetzt. Offiziell  sollte es sich um einen technischen Defekt gehandelt haben. Ich denke das zeigt nur wie angespannt die Lage bei den Verantwortlichen ist in Zeiten wie diesen, aber lieber einmal zuviel Alarm auslösen als einmal zuwenig.

 

Alles fand dann doch ein gutes Ende. So das wir nach einem weiteren Tankstop in Luxembourg wo nochmals Diesel für 88 Cent gebunkert wurde wohlbehalten zu Hause ankamen.