16.11.13 - 19.11.13 Belgien Holland Tour

Der Resturlaub meiner Freundin musste weg, was bietet sich da mehr an als eine Hoppingtour nach Belgien. 

Ursprünglich war gepant mit dem Wohnwagen zu fahren, aber ob der zu erwartenden Temperaturen und der schlechten Witterung, hatten wir keine Lust auf eine Schlammschlacht in den Ardennen.

So entschieden wir uns zu einer Tour mit dem Kleinwagen, und suchten nach billigen Unterkünften. Samstag nach dem Frühstück ging es dann los Richtung Hasselt, wo heute ein besonderer Doppler auf dem Programm stand. Zunächst ging es direkt zur Unterkunft des heutigen Tages, das sich entgegen meiner Erwartung nicht als Hotel, sondern als Privatunterkunft herraustellte.

Das Zimmer war soweit in Ordnung, einziges Manko war das die Toillette und das Waschbecken in einem seperatem Raum auf der anderen Flurseite untergebracht war. Die Dusche war in einer Ecke des Zimmers unter der Dachschräge untergebracht. Alles in allem für den aufgerufenen Tarif etwas gewöhnungsbedürftig. Nach kurzer Verschnaufpause sollte es auch schon losgehen Richtung Ground Nummer 1 für heute. Dort angekommen, war ich erstmal erleichtert das überhaupt gespielt wurde. Und so wie es aussah auch auf dem Hauptplatz, so konnte der erste Kick der Tour beginnen.



                            16.11.13 DVL Zonhoven vs. RAEC Mons  5-0  Dames 1e Nationale

                                                    Sportvelden De Basvelden 1 A



Der Hauptplatz verfügt über keinen nennenswerten Ausbau, ausser einer Leichtathletikanlage mit Tartanbahn. Einer der Nebenplätze allerdings fiel uns durch große Flutlichtmasten auf, bei genauerer Begehung in der Halbzeit konnte ich noch eine kleine überdachte Tribüne entdecken, alles in allem der bessere Ground. Half aber alles nichts, es wurde nun mal nur auf dem “Hauptplatz” gespielt.

Das Spiel verlief sehr einseitig, so das die Gastgeberinnen auch in der Höhe vollkommen verdient gewonnen haben. An der Stelle muss ich noch erwähnen das dieses Spiel heute eines der besten Frauenspiele überhaupt war das ich je gesehen habe. Wo bei das ja nicht sehr oft vorkommt.

 

Egal, denn das eigentliche Highlight war dann eigentlich der Moment als das Flutlicht vollkommen unmotiviert, ca. 15 Minuten vor Ende der Partie eingeschaltet wurde. Wirkte in dem aufziehenden Nebel schon gut, war aber absolut unnötig.

Nach dem Spiel machten wir uns noch auf die Suche nach einem Supermarkt, um noch die Getränkevorräte für heute Abend aufzustocken. Diesen fanden wir in unmittelbarer Nähe des Stadions wo wir am Abend vorstellig werden wollten. Dabei wurde die Vorfreude auf das Abendspiel noch größer, dazu aber später mehr. Zunächst wurde Proviant eingekauft, und der Supermarkt durchstöbert. Dannach fuhren wir zurück zur Unterkunft, um noch etwas zu chillen.

Da musste meine dann auch feststellen, das die gegenüberliegende Toilette, neben der Lage auf der anderen Seite des Flures, noch weitere Tücken hatte. Der Lichtschalter für den Raum war ausserhalb im Flur, und mit einem Zeitschalter versehen und befeuerte die Lampe im Innern nur ca 4 Minuten mit Strom. Dauerte die Sitzung zu lange ging das Licht aus, und man konnte es ohne die Tür zu öffnen auch nicht wieder einschalten. So kam es wie es kommen musste, Irgendwann klingelte mein Handy, und ich wurde unter grossem Gekicher.-) gebeten das Licht wieder anzuschalten.

Hier sei noch erwähnt, mir erging es später auch nicht besser. Bevor wir uns gut erholt auf den Weg in Richtung Stadion machten, stellte ich noch das Bier in Ermangelung an alternativen zur Kühlung auf den Boden. Das sollte noch von Bedeutung sein, aber dazu später mehr. Das Stadion liegt Belgien typisch mitten im Wohngebiet, aber trotzdem war gleich ein Parkplatz vor einem Tunesischen Restaurant gefunden. Was den Betreiber allerdings nicht besonders Erfreute, aber Egal.

              16.11.13 KSK Hasselt vs. RFC Union La Calamine 0-3 Division 3 Nationale AFD B

                                                     Stedelijk Sportstadion Hasselt



Das Stadion war so ganz genau nach meinem Geschmack, alt, vergammelt und eng. Dazu sehr geile Flutlichter, auch der Nebel passte dazu, wenn auch davon etwas zuviel war. Wir kamen uns fast wie in dem Film "The fog-Nebel des Grauens"vor.

 Am Anfang sah man gerade noch so das Tor auf der anderen Seite, später wurde es ein wenig besser. Zum Bilder machen war es dann nicht so optimal, ergab aber eine ganz eigene Atmosphäre. 

Das Stadion selbst ist die Wucht, Steile Stufen hinter beiden Toren, die Gegengerade wusste mit einer Überdachten Stehhalle zu gefallen. Die Hauptribüne ist ebenfalls überdacht, und wird von zwei unüberdachten nur halb so hohen Stehtraversen flankiert.

Muss man mal gemacht haben würde ich sagen. 

Support gab es lediglich ab und an auf der Heimseite, Auswärtsfans konnte ich nur sehr wenige ausmachen. 

Der Besuch an sich war auch sehr überschaubar. Der Heimbereich wies zu dem eine für die Umstände gelungene Beflaggung auf. Einzig das Ergebnis war nichts, hätte ich doch zu gern gesehen das hier ein Tor gefeiert wurde. Die Bewirtung kann man auch als suboptimal sehen, der Hamburger war von merkwürdiger Konsistens. Fritten und Getränke hatt man an der einzigen Imbissbude erst gar nicht angeboten. Wenigstens konnten in der Kneipe Getränke aller Art erworben werden, hier ist ganz klar Luft nach oben.

Aber an sich doch ne Runde Sache hier.

Vom Wetter gezeichnet, war doch recht kühl, ging es zurück in die Unterkunft. Hier wurde bei Chips und Bier schon mal der nächste Tag geplant, auch die merkwürdige Toilette nervte erneut. Hier kam es dann allerdings zu Poblemen mit der zuvor erwähnten Kühlung der Getränke.

Mir als Fachmann hätte das allerdings auch nicht passieren dürfen, war in dem Zimmer doch tatsächlich eine Fussbodenheizung verbaut. Die aber konnte zur Kühlung des Gerstensaftes nur bedingt beitragen. 

Warmes Bier soll ja auch gesund sein, aber irgendwann fanden wir dann doch den Schlaf der Gerechten.


                                              Neuer Tag neues Glück. 

Nach ausgiebiger Dusche, das bauartbedingt doch schwierig war, ging es nach unten. Dort sollte das bei "booking.com" hochgelobte Frühstück im Wohnzimmer der Herbergsmutter gereicht werden, auch mal nicht schlecht. Das Frühstück an sich wusste auch zu gefallen, aber der Tarif erschien mir dennoch immer noch zu hoch.

Heute geht es nach Antwerpen wo am Nachmittag das nächste Spiel auf dem Plan sand, zuvor wollten wir uns aber noch Hasselt ansehen, und etwas Proviant kaufen. Die Besichtigung der Innenstadt war schnell erledigt, sowie auch der Einkauf, so konnte es zügig Richtung Autobahn gehen. 

Gut eineinhalb Stunden später erreichten wir Antwerpen, zuerst wollte zum Hotel das irgendwo im Hafengebiet liegen sollte. Auf unserem Weg durch die Randbezirke der Stadt durften wir dann auch noch den ein oder anderen Gesetzesverstoss beobachten. 

Der dreisteste ereignete sich an einer Ampel. Wir mussten bei rot halten, der Vordermann kam gerade noch so drüber. Er hielt dann einfach an, schaltete die Warnblinker an, und trat ständig gegen seinen Vorderreifen. So das auch wir dachten er habe einen platten. Doch weit gefehlt, Ruckzuck fehlte dem daneben geparkten Golf Aussenspiegel und Seitenblinke!!!

Diese wurden im Kofferraum verstaut, und abtransportiert. 

Unglaublich, und das am helllichten Tag. Wer meine Freundin kennt, der weiss das diese Geschehnisse heute nicht unbedingt zu Ihrer Beruhigung beitragen konnte:-)

Auch die Lage des Hotels am äussersten Stadtrand, und die direkte Umgebung taten ein weiteres zu der Situation bei:-).

Auf dem Hotelparkplatz standen mehrere Luxuskarossen mit Zollkennzeichen, die Fahrer sahen eher wie windige Geschäftemacher aus. Warum auch sollte man in einem Lowbudget Hotel absteigen wenn man solche Autos fährt. Das Zimmer war noch nicht bereit, so das wir noch 30 Minuten warten mussten bis wir unser Gepäck im Zimmer deponieren konnten. 

Nach einer kleinen Sanitären Entspannungsphase, machten wir uns auf den Weg zurück Richtung Innenstadt. Dort suchten wir nach einer Adresse wo sich ein Starbucks Coffee Shop befinden sollte, damit meine Freundin ihre Tassensammlung erweitern konnte. Im ersten Versuch scheiterte dies allerdings. Und so fuhren wir direkt durch nach Lier wo der Höhepunkt dieser Tour in Form vom Lyra Stadion auf uns wartete. Die Vorfreude stieg immer mehr, je näher wir kamen.

Dieses war auch gleich gefunden.

Da noch etwas Zeit war entschlossen wir uns noch der Innenstadt von Lier einen Besuch abzustatten. Da war wohl gerade so etwas wie eine Kirmes zugange, wo wir uns noch mit frischen Fritten versorgen konnten. 

Einfach Geil was die Belgier mit heissem Öl so alles zaubern. 

Auch das Zentrum von Lier ist sehenswert, mit seinen vielen Kanälen und Brücken. 

Aber nun rief der Fussball !



                               17.11.13 K. Lyra TSV vs. KFC Witgoor Sport Dessel

                                                          Lyra Stadion, Lier



Alleine schon der Eingang mit der Tankstelle davor, einfach der Hammer. Zu meiner besonderen Freude konnte ich feststellen das entgegen meiner Infos der Ground bis auf einen Bauzaun auf der Gegengerade noch vollständig erhalten ist. Einzig die grossen Werbetafeln auf der Gegengerade fehlten. Auch das Clubhaus war komplett leergeräumt und hatte keine Scheiben mehr, aber stand noch.

 Glück gehabt, und dann aber nichts wie rein in das gute Stück. Alt und vergammelt, so wie wir es lieben.

Schade um dieses Stadion, das bald ein Teil der Geschichte sein wird. 

Wie viele Generationen sind wohl über den festgetretenen Lehm der Stufen unter dem Dach der Haupttribüne gelaufen ? Dieser Teil des Stadions ist wirklich in einem erbärmlichen Zustand, hat aber viel Charme zu bieten.

Die Hintertortribüne mit Ihren steilen Stehtraversen ist da im Vergleich noch eingermaßen gut in Schuss. 

In diesem Stadion riecht es an allen Ecken und Enden nach Tradition. Ganz besonders auf den Toiletten in der Haupttribüne, da musste man um ans Pinkelbecken zu gelangen, seinen Kopf zwischen einen Träger und eine Stufe der Tribüne stecken. 

                                                   Echt Geil !!

Das Spiel rückte dann auch dementsprechend in den Hintergrund, und es setzte auch wieder eine Heimniederlage wie in dem Spiel zuvor. Die Hausherren mussten sich nach grossem Kampf mit 0-2 geschlagen geben. Zu erwähnen sind vielleicht noch die selbsternannten Ultras von Dessel Sport, die auch ein wenig Pyhro zum Einstatz brachten. 

Schade um diese Anlage, aber irgendwie werden immer mehr von diesen alten Traditionsstätten abgerissen. 

Zum Glück hatten wir noch dieses Vergnügen. 

Nach dem Schlusspfiff ging es wieder auf die Suche nach einer Kaffeetasse:-). Diese führte uns wieder in die Innenstadt von Antwerpen, dieses mal gelang es uns die Adresse ausfindig zu machen, es handelte sich hierbei um den Hauptbahnhof. Eigentlich doch gar nicht so schwer, wenn es irgendwie erwähnt worden wäre. Da wir jetzt eh im Parkhaus standen, entschlossen wir uns Antwerpens Altstadt heute noch zu besichtigen. 

Diese steht denen von Brügge und Brüssel auch in nichts nach, wirklich sehenswert.

Auch das Abendessen gönnten wir uns noch in der City, danach ging es aber direkt in unsere Unterkunft. 

Hier wurde bei reichlich Bier und Snacks der Tag nochmals analysiert.

Am nächsten Morgen galt der erste Blick des Saarländers seinem Wägelchen, ob dieser noch da war. Aber aufgrund der zuvor erwähnten Luxuskarossen war es für mich keine Überraschung das der Golf noch vor der Tür stand:-).Nach diesem positiven Erlebniss packten wir unsere 7 Sachen, und die Reise ging weiter in Richtung Holland. Der aufmerksame Leser wird sich denken, in Richtung Holland ? 

Ja !

In meinem fortschreitenden Alter scheine ich mehr und mehr Frieden zu schliesen mit dem Land und seinen Bewohnern. Wenn es auch nur erste zarte Pflänzchen sind, so ist es doch ein Fortschritt das ich mich sogar zu einer weiteren Übernachtung in diesem Land hinreißen lies. Wobei es eigentlich hauptsächlich an Ermangelung von Alternativen an diesem Montag Abend lag, und auch an diesem neuen 4 Sterne Haus das mit extremtiefen Rabatten auf sich aufmerksam zu machen versuchte. Sollte doch die Übernachtung in Hellmond nur 45 Euro Kosten, was für das Gebotene mehr als in Ordnung war !! 

Das Hotel war auch in adäquarter Zeit erreicht. Und nach kurzer Suche, sowie sehr freundlichen Empfang bezogen. Das Zimmer kann man als gigantisch bezeichnen, wirklich sehr schön. 

Ähnlich Luxuriös war es meiner Meinung nach bislang nur im Hotel auf der Insel Malta. 

Die Innenstadt von Hellmond wusste auf den ersten Blick nicht zu überzeugen, also fiel die Besichtigung kurzerhand aus. Aber zurück zum Thema……




                                  18.11.13 Helmond Sport vs. Willem II Tilburg

                                                         Lavans Stadion



Die Kartenfrage war am Nachmittag in 2 Anläufen nicht zu klären, aber alle guten Dinge sind bekanntlich ja 3. Und so sicherten wir uns im 3. Anlauf 2 Tickets der günstigsten Kategorie auf der Hintertortribüne. Nach ausgiebiger Fotorunde um den Ground, verschaften wir uns nun Zutritt zu dem Teil. Wie schon von aussen zu vermuten war, zeigte sich eine kleine Schmucke Arena neueren Baujahres die 4100 Überdachte Sitzplätze bietet. Es sind nur 3 Seiten ausgebaut, ein Hintertorbereich bleibt leer. Das ist aber auch die einzigste Besonderheit, ansonsten nichts was einem unbedingt vom Hocker reißen muss. 

Stimmungsmäßig wurden wir aber schon überrascht. Auf der Heimseite gab es zum Intro eine Choreo, sowie etwas Rauch. Auch auf Tilburger Seite tat sich einiges, gut 300 Nasen hatten den Weg hierher gefunden. Und die supporteten ihre Truppe ganz ordentlich. 

Die Stimmung verflachte dann aber auf beiden Seiten, wie das Spiel auch. 

Fussballerisch war das sicherlich kein Leckerbissen, und endete abermals mit einer 1-4 Heimniederlage. Man war dann auch froh als bei diesem nasskalten Wetter endlich der Schlusspfiff ertönte, und wir zurück in unser Hotel durften. Dort enterten wir direkt die Bar, und liesen den Abend gemütlich ausklingen.

Tags drauf konnten wir durch einen alten Hoppertrick wieder einmal die Frühstückskosten von 35 Euro prellen Anmerkung meiner Freundin:

 "Ich hab sie nicht verstanden, zuviel Holländisch im Englisch.-)".

Diese Ersparniss währte allerdings leider nur bis Aachen, dort wurde ich wieder mal von der Rennleitung um 20 Euro erleichtert.

Mal gewinnt man, mal verliert man. 

Nach einer Besichtigung von Monschau, die ich nur empfehlen kann, kamen wir am Nachmittag wieder zu Hause an. Wo uns unser haariger Freund uns schon erwartete.

Wieder ging eine sehr gelungene Tour zu Ende. Ich würde sogar fast sagen das es die beste 2013 war. Schön wars…….