Mönchengladbach und Holland im Februar

Nach längerer Zeit stand endlich wieder eine Tour übers Wochenende an.

Das Zielgebiet ergab sich quasi von selbst, eine Hoteleröffnung mit Angeboten zu denen man nicht “Nein”sagen konnte, führte uns nach Mönchengladbach Rheydt.

Das eine Woche zuvor eröffnete Mac Dream Hotel suchten wir mit einigen Ehrenrunden in der Rheydter Innenstadt, ich hatte vergessen die Hausnummer in das Navi einzugeben, das führte zur Verwirrung durch einige Einbahnstraßen.

Fündig wurden wir dann etwas außerhalb auf einem Gewerbegelände mit Sonnenstudio, Bäckerei und Discounter.

In dem Netto Markt stockten wir zuerst mal die Biervorräte für den Abend auf.

Nach dem unkomplizierten einchecken durchstreiften wir die Innenstadt von Mönchengladbach, die ist aber alles andere als prickelnd. Von daher entschlossen wir zum Hotel zurückzufahren und uns da noch etwas zu entspannen.

Zuvor statteten wir noch dem altehrwürdigen Bökelberg einen Besuch ab, bzw. dass was davon übrig ist. Für mich persönlich kamen da wieder viele schöne Erinnerungen an alte Zeiten wieder hoch. Was haben wir hier für Schlachten zwischen der Borussia und dem FCK beiwohnen dürfen.

Schon traurig das so eine Kultstätte des Fußballs einfach so abgerissen wurde, aber immerhin hat man hier versucht dem Stadion ein Andenken zu bewahren und ein paar Fragmente wie die Stützmauer hinter der Gästekurve zu belassen. Ich kann nur jedem empfehlen diesen Ort aufzusuchen, wenn er mal in Mönchengladbach ist.

 

Genug in Erinnerungen geschwelgt, zurück zum Tagesgeschäft.

Dadurch dass wir uns entschlossen hatten den lädierten Fuß meiner Gattin zu schonen und mit dem Auto die knappen 2 Kilometer bis zum Grenzlandstadion zurückzulegen, war noch Zeit zu einer kleinen Pause mit TV Berieselung und Dosenbier.

10 Minuten vor dem Anstoß brachen wir auf und 5 Minuten später hatten wir auch schon das Kassenhäuschen passiert.

 

12.02.16 VFL Borussia Mönchengladbach U23 vs. FC Schalke 04 U23

 

Der Ausbau des Grenzlandstadions kann sich durchaus sehen lassen, überdachte Haupttribüne und Ringsherum Stufen rundeten den ersten positiven Eindruck ab.

Das Highlight allerdings ist klar die alte Anzeigetafel vom Bökelberg die hinter dem Tor am Eingang steht.

Auch eine Wagen Besatzung aus dem uns benachbarten Saarland war anwesend, die auch artig begrüßt wurde.

Bei dem Gespräch mit den Saarländern stellte sich heraus, dass sie nicht nur im selben Hotel nächtigten, sondern auch mprgen einen ähnlichen Tagesablauf mit demselben Spiel in Eindhoven hatten. Für mich der lieber alleine unterwegs ist um seine Ruhe zu haben, leider nicht ganz so toll.

Danach checkten wir den Imbiss, wo wir uns mit Currywurst und Bier eindeckten, die Wurst ist uneingeschränkt empfehlenswert. Die Bewirtung wird anscheinend von den Gladbacher Ultras übernommen, das gibt es wohl nicht so oft in Deutschland. Ich persönlich finde das gut und durchaus nachahmenswert.

In direkter Nachbarschaft befindet sich übrigens noch eine weitere Stadionperle, das Stadion des Rheydter SV, aber dazu später mehr.

Das Spiel zwischen den beiden U23 Mannschaften von Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 hatte leider nicht allzu viele Höhepunkte zu bieten. Aber dennoch fielen 4 Tore, die gerecht auf ein 2-2 verteilt waren.

Nach dem Spiel ging es für uns direkt zurück zum Hotel. Hier wurde unter dem strengen Blick von Günter Netzer bei Dosenbier und Chips der Tag beendet.

 

Der neue Tag lockte uns frühzeitig mit Sonnenschein aus dem Bett.

Entspannt begannen wir den Tag mit einem Frühstück beim Bäcker im selben Gebäude.

Dabei wurden die Details des Tages in einem Briefing besprochen, dabei kam das Schloss Rheydt ganz oben auf die Agenda.

Das Renaissance Wasserschloss aus dem Jahre 16. Jahrhundert liegt etwas außerhalb des gleichnamigen Stadtteils in einer sehenswerten Parkanlage.

Für Hobbyfotografen eine ansehnliche Kulisse die heute das städtische Museum beherbergt.

Dort wird eine umfangreiche Sammlung an Kunst- und Kulturgegenständen aus der Renaissance- und Barockzeit ausgestellt.

Soweit geht unser Interesse aber Gott sei Dank dann doch nicht, so dass von einem Museumsbesuch zu Gunsten der Aufstockung der Biervorräte abgesehen wurde.

Weiter ging es zu meinen Freunden, in die Niederlande, genauer gesagt nach Eindhoven.

Dort angekommen, machten wir uns auf einen Stadtrundgang. Die Stadt kann einen nicht wirklich vom Hocker reißen, zum shoppen o.k. aber ansonsten hat dieses Städtchen nicht viel zu bieten. 

 Erwähnenswert ist vielleicht noch das Philips Stadion des PSV, das einen Steinwurf vom Stadtzentrum entfernt zu bestaunen ist.

Bei einem sättigenden Mittagsmahl im Zentrum entschieden wir das ursprünglich anvisierte Spiel sausen zu lassen und nach Aalst zu den Roda Boys zu fahren. Mein Bauchgefühl sagte mir auch, dass wir etwas anderes machen sollten, nicht nur, weil im Nachwuchszentrum auch die Saarländer zu erwarten waren, sondern auch weil mich die Ansetzungen stutzig gemacht hatten. Und wir wollten auf keinen Fall das Spiel am Abend gefährden, dazu war mir der Rheydter SV zu wichtig.

Und tatsächlich, wie ich aus saarländischen Hopper Kreisen dann erfuhr wurde unser eigentliches Ziel Spiel 1 Stunde nach vorne gelegt. Somit wäre dieses Unterfangen kläglich gescheitert, Glück gehabt!

Da es etwas weiter war zu den Roda Boys, kamen wir erst pünktlich zum Anstoß am Sportpark de Maaskant an. 

Dieser liegt, wie es Name ja schon vermuten lässt, unweit der Maas und bietet eine typische holländische Bauweise.

Kleine Tribüne, nettes Vereinsheim und mieses Wetter.

 

13.02.16 v.v. Roda Boys Bommelerwaard vs. v.v. Sliederecht

 

Wie der Platz, hatte auch das Spiel einiges zu bieten.

Beide Mannschaften legten los wie die Feuerwehr, gekämpft wurde anfangs um jeden Grashalm. Nach 25 Minuten verflachte die Partie aber dann etwas, beide Mannschaften konnten bis zum Seitenwechsel nichts mehr bewegen. Die 2. Hälfte begann abermals furios, dieses Mal mit einem Tor für die Hausherren. Die Gäste konnten aber direkt ausgleichen, danach ging es nur noch rauf und runter. Eine Torchance jagte die nächste, selten hatte ich so ein kurzweiliges Spiel gesehen wie an diesem feuchten trüben Nachmittag im Februar wie heute. Das Spiel endete völlig gerechtfertigt mit 2-2, ein klasse Auftakt in diesem zwei Spiele Tag.

Nach Abpfiff waren wir aber dennoch froh endlich ins warme trockene Auto zu kommen.

Wir verließen den Ort des Geschehens zügig in Richtung Deutschland, denn dort erwartete uns ja noch der Höhepunkt dieser kleinen Tour.

Das Jahnstadion des Rheydter SV empfing uns mit hell erleuchteten Flutlichtmasten, was auch die letzten Zweifel bei mir beseitigte, ob im Stadion gespielt würde.

Wie wir später erfuhren, hatten wir auch hier Riesen Glück, das Spiel sollte eigentlich auf dem benachbarten Hartplatz ausgetragen werden. Dieser war aber völlig abgesoffen und somit unbespielbar.

 

13.02.16 Rheydter SV vs. TuS Wickrath

 

Der 1905 gegründete RSV trägt in diesem Schmuckstück bereits seit 1922 seine Heimspiele aus. Früher fanden hier mal 40000 Zuschauer Platz, mittlerweile ist dieses Kleinod nur noch für 20000 Zuschauer freigegeben. Aber auch die Plätze bleiben weitestgehend leer, gespielt wird momentan nur in der Kreisliga A. Es gibt wohl auch Pläne das Stadion weiter zurückzubauen und die gewaltigen Stehstufen auf der Gegengeraden zuzuschütten.

Die überdachte Haupttribüne soll wohl nur saniert werden, dennoch würde ich raten zeitnah hier aufzuschlagen und diese historische Stätte des Fußballsportes noch in vollem Ausmaß bestaunen zu können.

Die 1950er Jahre dürften wohl die erfolgreichsten gewesen sein, dort kickte man in der legendären Oberliga West um Punkte und das mit keinem geringeren als Hennes Weisweiler als Trainer.

Die heutigen Tage sind da eher trist, die Realität heute heißt Kreisliga A.

Bei Dauerregen im ersten Durchgang machten wir es uns auf der Tribüne gemütlich, soweit das die Temperaturen zuließen. Das Spiel war eher nichts für Feinschmecker, was aber auch an dem tiefen morastigen Geläuf gelegen haben dürfte. Deswegen gibt es zu dem Kick auch nicht allzu viel zu sagen.

Die Heimelf ging früh mit 1-0 in Front, was auch bis zum Pausentee bestand hatte.

Mit Beginn der 2. Hälfte hörte es endlich auf zu schütten, so dass wir uns auf zur Umrundung des Stadions machen konnten. Was für eine brachiale Hütte! Da wusste man gar nicht was man alles knipsen sollte, Geiles Ding.

Der RSV erhöhte noch auf 2-0, das war dann auch der Endstand. Einige Fotos später setzte der Schiri mittels Abpfiff dem Ganzen ein Ende und wir traten die Heimreise an.

2,5 Stunden später empfing uns Giszmo verschlafen zu Hause, und alle gingen zufrieden ins Bett.