25.12-26.12.18 Boxing Day Belgien

Besinnliche Weihnachten im Kreise der Familie, fröhliche Gesichter überall...

Iiiiiiiiik….Halt Stopp!

Ein Tag reicht! Am 1. Weihnachtsfeiertag ging es nochmal kurz zu den Anverwandten ins Saarland. Allerdings mit kleinem Umweg über zu Hause, denn auf halben Weg hatten wir gemerkt das die Karten für das Spiel morgen daheim liegen blieben. Nach dem der Fehler Fix korrigiert wurde und das saarländische Pflichtprogramm erledigt war, ging es mit Lichtgeschwindigkeit Richtung Königreich Belgien. Dort haben wir uns für eine Nacht im 4 Sterne Hotel Van der Valck in Mons eingemietet, danke an der Stelle an die Spender des Gutscheins.

Erreicht wurde diese Noble Hütte ohne weitere Probleme und wir auch wurden freundlich Empfangen, so hat man das gerne.

Das Zimmer, das uns für diese Nacht beherbergen durfte, war groß und pingelig Sauber, also mal richtig Top.

Nun wollten wir aber in das nahe Zentrum von Mons, um uns da mal etwas genauer umzuschauen, wenn man schon mal da ist.

Das historische Zentrum ist echt sehenswert und eine abendliche Runde durch diese kann nur Empfehlen.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Grand Place, war allerdings nur bedingt geöffnet, aber deswegen waren wir ja auch nicht hier. Die begehrte Frituur wurde schließlich auch noch gefunden und die Kalorien in Form von Pommes und Burgern wurden sich einverleibt.

Die Qualität war Solide, konnte aber nicht an die letzten in Kelmis herankommen.

Gesättigt Marschierten wir zurück zum Hotel, mit dem einem richtig Positiven Eindruck von Mons.

Nun widmeten wir uns der Getränkekarte der Hotelbar und gönnten uns noch das ein oder andere Kaltgetränk bevor es zurück in unsere geräumige Koje ging.

In freudiger Erwartung was uns das Frühstücksbuffet bieten würde Schlummerten wir Sanft in den Schlaf.

Ein kalter Morgen erwartete uns in Mons, nach einem sensationellen Frühstück, fuhren wir nach Lille, wo sich Frauchen mit Tassen aus dem örtlichen Starbucks eindecken wollte. Das war aber ein Fehlgriff und ging in die Hose, auch in diesem Geschäft gibt es Fehlschläge.

Nach kurzer Runde im Einkaufszentrum ging es wieder zurück nach Belgien wo wir noch zum Christmas Truce Memorial wollten.

Am 24.12.1914 begegneten sich Verfeindete Deutsche und Britische Soldaten im Niemandsland der Schützengräben um gemeinsam Weihnachten zu Feiern. Obwohl man sich gegenseitig Monatelang unerbittlich bekämpft hatte, wurde an diesem Heiligen Abend 1914 in Ploegsteert gezeigt das Menschlichkeit über Machtgeilheit und Kriegstreiberei Siegen kann, wenn auch nur bedingt.

Der Höhepunkt war dann wohl das Fußballspiel Britischer gegen Deutsche Soldaten, das nach Überlieferung eines gewissen "Leutnant Johannes Niemann" mit 3-2 für die Deutsche Mannschaft ausging. Auch damals verlor man schon gerne gegen uns Deutsche im Fußball....

Ein paar Meter von dem eigentlichen Ort des Geschehens entfernt, hat 2014 die UEFA ein Denkmal für dieses Ereignis gebaut. Das wurde dann sogar vom damaligen UEFA Präsidenten Michel Platini persönlich eingeweiht, wohl eine der wenigen sinnvollen Dinge die er während seiner Tätigkeit getan hat.

Das Denkmal ist neben dem Militärfriedhof Prowse Point zu finden das etwas entfernt von Ploegsteert zwischen Feldern und Weiden liegt.

Auch gibt es ein paar Schützengräben und einen Bunker zu sehen, der einem vermitteln soll was sich hiervor mehr als 100 Jahren abgespielt hat.

 

Aber nun war es Zeit nach Kortrijk aufzubrechen und uns wieder dem wesentlichen dieser Tour zu widmen.

Dieses Jahr fiel die Wahl auf das Guldensporenstadion, da dieses ja demnächst den Baggern zum Opfer fallen würde. Das 1947 eröffnete Stadion entspricht wohl nicht mehr der Anforderungen des modernen Fußballs und soll Zeitnah durch ein 15000 Zuschauer Fassenden Neubau an anderer Stelle ersetzt werden. Wäre zwar noch nicht ganz so dringend gewesen, da man erst noch das neue Stadion am Bauen ist, aber erledigt ist erledigt.

Nach nochmals kurzer Einkaufstätigkeit in einem Sportgeschäft fanden wir relativ gut einen Parkplatz in akzeptabler Nähe zum Ground.

Das Stadion liegt mitten im Wohngebiet und hat 4 überdachte Tribünen, die eng am Spielfeldrand stehen. Diese waren auch gut besucht als der Anpfiff des Schiedsrichters ertönte.

8837 Zuschauer wollten sich dieses Derby vom 10. gegen den 13. der Tabelle nicht entgehen lassen, darunter ca. 600 anfangs sehr Motivierte Gästefans. Und wirklich niemand sollte sein kommen heute bereuen!

Zu Beginn gab es von beiden Seiten Pyro Einlagen und mächtig Qualm, was aber niemand wirklich zu Stören schien.

Das Spiel ging in Hälfte eins klar an die Gäste, die auf dem Rasen wie auf den Rängen den Ton angaben. Mit einer verdienten 0-1 Führung für Zsulte-Waregem ging es in die Kabinen.

Als nach Wiederanpfiff durch einen sehenswerten Freistoßtreffer das 0-2 fiel waren die Gastgeber Mausetot und die Partie schien gelaufen zu sein.

Waregem wollte das Spiel nun irgendwie locker nach Hause Spielen, was bis zu einem haarsträubenden Abwehrfehler, aus dem das 1-2 resultierte, auch zu gelingen schien.

Nach dem Anschlusstreffer ging es bei den Gästen auf einmal Vogelwild in der Abwehr zu und nach Vorne ging gar nichts mehr.

Kortrijk war wie aus dem nichts Hellwach und Riß die Begegnung nun an sich.

Kurz nach dem 1-2 fiel der Ausgleich und nichts war mehr unmöglich.

Was war das auf einmal für ein Kick auf dem Rasen, Rassig ging es zu Sache und die Fetzen flogen an jeder Ecke des Spielfeldes.

Folgerichtig erhöhte Kortrijk auf 3-2 danach Brachen auf den Rängen alle Dämme, dann war aber mal Feuer unterm Blechdach.

Danach hatten die Gäste mehrfach die Chance zum Ausgleich, unter anderem ein Schuss aus 5 Metern an die Latte obwohl das Tor komplett leer war. Im Gegenzug wurde der Deckel, mit dem 4-2, auf das Spiel gemacht.

Nach Abpfiff herrschte Partyalarm rund um das Stadion, wir machten uns zufrieden auf den Weg nach Hause. Wenn man solchen Spielen beiwohnen darf ist auch wirklich kein Kilometer zu weit!