Kleine Eifeltour 17.2-18.2

17.01-18.02.18

Nach den dramatischen Ereignissen am letzten Wochenende, als unser treuer Begleiter über die Regenbogenbrücke gehen musste und somit auch eine riesige Lücke in unser Leben gerissen wurde. Die Trauer frisst einem zu Hause Stück für Stück auf….um der Stille zu entfliehen und um auf andere Gedanken zu kommen fiel die Entscheidung übers Wochenende auf Tour zu gehen und den dunklen Wolken zu trotzen.

Seit längerem schon steht das Stade du Pairay auf der “To Do” Liste, von der sollte es nun verschwinden.

Nach Feierabend meiner Frau am Samstag ging es los gen Belgien. Eine Unterkunft war auch schon gefunden und gebucht, unser Lager schlugen wir im Ibis Budget Hotel in Aachen auf. Das lag für unser Vorhaben am Sonntag optimal, wobei im Nachhinein eine Übernachtung in Lüttich sinnvoller gewesen wäre.

Also schnell eingecheckt und wieder los Richtung Lüttich. Dort stand als erstes der Besuch der örtlichen Starbucks Filiale auf dem Programm, damit sich meine Frau mit Tassen für ihre Sammlung eindecken konnte. Ein Besuch der Innenstadt wurde ob des angespannten Zeitrahmens erneut verschoben, so dass die Erinnerungen aus einem Volltrunkenen Besuch zur EM 2000 vorerst weiter ausreichen müssen. Aber hierher werden wir bestimmt in absehbarer Zeit wieder kommen, dann starten wir einen erneuten Versuch der Erkundung.

Unser Weg führte nun zielstrebig in den nächsten Supermarkt um unseren Bierkonsum nach dem Spiel zu gewährleisten.

Dafür musste dann aber der geplante Frituur Besuch verschoben werden, auch eine kleine Navigations Panne war daran nicht ganz schuldlos.

Etwas zu Essen würden wir ja bestimmt auch im Stadion bekommen, diese Vermutung war aber gänzlich falsch und hatte fatale Folgen. Im Stadion gab es schlichtweg überhaupt nichts, das war schon recht erbärmlich. Das erlebt in Belgien zum Glück nur ganz selten und hier handelte es sich auch noch um ein Spiel der 3. Spielklasse.

Das passte aber irgendwie zum Gesamteindruck von dem Verein den man bislang so hatte, am Eingang versuchte uns schon die Kassiererin um 20 Euro zu bescheissen.

Das 1906 eröffnete Stade du Pairay liegt mitten in einem heruntergekommenen industriell geprägten Viertel von Seraing und machte auch einen etwas maroden Eindruck. Aber genau das suchen wir ja, daher waren wir mit der Auswahl sehr zufrieden.



17.02.18 RFC Seraing vs. VC Eendracht Aalst 1-0 First Amateur Division

Die mächtigen Flutlichtmasten tauchten das Stadion in ein diffuses Licht, schon geil!

Jetzt noch ein Bier und ein Burger, damit wäre das Hopper Glück fast perfekt gewesen.

Das Spiel war wie das Wetter, also nicht gerade erwärmend. Beide Mannschaften waren bemüht, aber dabei kam nichts zählbares heraus, beide Mannschaften neutralisierten sich quasi gegenseitig. folgerichtig ging es mit einem 0-0 in die Pause.

 

Zu unserer Überraschung waren auch ein paar Busladungen Gästefans anwesend, die das gesamte Spiel über für Stimmung sorgten.

Nach dem Seitenwechsel ging es mit dem Geplänkel genau so weiter und als man sich schon mit einem 0-0 abgefunden hatte, schlugen die Gastgeber doch noch zu und erzielten den sehenswerten Treffer zum 1-0 Endstand.

Durchgefroren ging es direkt zum Auto da die Frituur gegenüber, entgegen ihrer Angaben was die Öffnungszeiten anbelangte doch schon geschlossen hatte.

So mussten wir hungrig und mit brennender Motorwarnleuchte den Rückweg zum Hotel antreten. Die Tage ist eben irgendwie alles kacke!

Gegen den Hunger kaufte ich an der Tanke noch eine Tüte Chips, die mit reichlich Bier runtergespült wurde. Dann erfolgte auch zeitig der Abpfiff dieses Tages.

Der Sonntag empfing uns mit Sonnenschein Pur, das war dann sozusagen der erste Lichtblick des Tages.

Geplant hatten wir eigentlich nur ein Spiel für heute, aber dieser Plan wurde Dank eines Tipps von “Teddy Lev” direkt wieder umgebaut. Der empfahl uns den Kunstrasen des FC Roetgen wo um 11 Uhr gespielt werden sollte.

Solche Tipps nehmen wir ja immer gerne auf, gerade seine sind ja bisher immer sehr gut gewesen. So auch dieser, neben dem relativ neuen Kunstrasen steht in Roetgen eine cooe kleine Holztribüne. Auch wenn es sonst keinen Ausbau gibt, war das für Sonntagmorgen allemal gut. Zumal auch wieder einiges abgesagt wurde.



18.02.18 FC Roetgen 3 vs. VFJ Laurensberg 3  1-2 Kreisliga D Aachen Staffel 4

Das Spiel auf Kreisliga D Niveau wurde von den Gästen aus Laurensberg noch mit 2 Elfmetern gedreht und war soweit auch O.K.

Aber auch hier habe ich etwas zu bemängeln, zu dem guten Spiel bei herrlichem Wetter, hätte ein Bier und eine Wurst perfekt gepasst. Ich wäre ja auch schon mit einem kalten Bier zufrieden gewesen, aber leider Fehlanzeige.

Das sei dem Verein bei einem Spiel der 3. Mannschaft aber verziehen.

Das 2. Spiel wollten wir beim FC Eupen schauen, weil es auf dem Rückweg lag und Motorwarnlampe immer noch brannte und weil wir sicher waren dass dort auch gespielt wurde.

Bis zum Anstoß hatten wir nun aber noch 2,5 Stunden Zeit, daher wollten wir uns noch ein bissel umsehen in der Gegend hier. Nach kurzer Recherche im Internet führte uns unser Weg zur Dreilägerbachtalsperre einen Ort weiter, von hier aus gab es einige Möglichkeiten seine Kondition zu testen und dem Wandersport zu frönen.

 

Spaß beiseite, wenn es die Zeit erlaubt sehen wir uns gerne etwas in der Umgebung um, dort gibt es immer etwas schönes zu entdecken. Dazu gibt es einfach zu viele schöne Ecken auf unserem Planeten um sich ihnen gänzlich zu verschließen, aber auch denen die dann lieber ein paar Biere kippen gehen sei ihr Spaß gegönnt.

Ich für meinen Teil habe mir nebst Gattin dann das Naturschutzgebiet Struffelt angesehen, das aus einer Heide und Moorlandschaft besteht. Dieses gehört zum Naturpark Hohes Venn und liegt südlich von Aachen oberhalb der Dreilägerbachtalsperre bei Roetgen.

Durchaus lohnenswert war dieser Ausflug meiner Meinung nach, auf den knapp 4 Kilometern Wegstrecke gibt es viel Natur zu erleben. Auch der Hobbyfotograf kommt dort auf seine Kosten. Nach gemeisterten Abstieg wurde es aber langsam Zeit in Richtung Eupen aufzubrechen. Am Sportplatz des FC Eupen kamen wir dann gerade noch so pünktlich zum Kick Off an.



18.02.18 FC Eupen B vs. CS Bellevaux Ligneuville 0-2 Provinciale Liège 4 H

Der Sportplatz Judenstrasse ist wohl eher ein einfacherer Vertreter seiner Zunft. Drei Seiten unbebaut und ein Vereinsheim mit überdachter Terrasse gibt es hier zu sehen, die Flutlichter waren noch ganz nett. Ansonsten gilt auch hier, wegen den ganzen Absagen, hauptsache der Ball rollt. Das tat er dann auch, aber eher verhalten in der ersten Hälfte.

Die 2. Halbzeit wurde dann besser und die Gäste konnten noch 2-mal die Kugel einnetzen und das Spiel mehr oder weniger verdient gewinnen.

Zu erwähnen gibt es noch, dass sich der Sportplatz in direkter Nachbarschaft des Kehrwegstadions von KAS Eupen befindet.

 

Somit war auch das 3. Spiel der Tour eingetütet und wir konnten uns der Stadtbesichtigung von Eupen widmen.

Eupen ist eine durchaus ansehnliche Kleinstadt mit vielen Cafés und Lokalen, die bei gutem Wetter gut gefüllt sind. Von daher kann ich einen Abstecher in die Innenstadt echt empfehlen.

Nun wollten wir noch den Frituur Besuch der uns gestern entgangen ist nachholen, auch hierfür bemühte meine Frau das Internet. Dort wurde uns das “Chez Gigi” als das bestes Haus am Platze wärmstens empfohlen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem undurchsichtigen Nummernsystem, bekamen wir einen Gaumenschmaus serviert der es in sich hatte. Die Fritten waren mir die besten die ich im Königreich Belgien je bekommen hatte, aber auch der Cheeseburger war einfach große Klasse!

Beide Daumen hoch für die gute Gigi und das auch noch für sehr moderate 16 Euro inklusive Mexicanos, einfach klasse.

Mit vollem Bauch ging es nun auf die Autobahn gen Heimat wo wir gegen 21 Uhr wieder aufschlugen.

Somit war dann die erste Tour in 2018, und das erstmals seit Jahren ohne unseren treuen Begleiter, Geschichte.

 

Giszmo du fehlst uns einfach, aber irgendwie muss es ja weitergehen….!