Balkan Light Tour 28.10.10-12.09.10

 

Nach mehreren Probeläufen stand nun die erste längere Tour mit dem Wohnmobil an, diese drohte aber wegen eines kurz vorher entdeckten Feuchtigkeitsschadens am Mobil doch noch zu scheitern. Konnte aber durch eine überragende Handwerkliche Meisterleistung meinerseits noch rechtzeitig behoben werden, und es konnte so mit leichter Verzögerung losgehen.



Samstag 28.08.10

Bis zur letzten Sekunde wurde „Gerry“ bepackt, beladen und reisefertig gemacht, da es wegen des erwähnten Schadens zum zeitlichen Verzug kam. Aber nun war es vollbracht und ich musste nur noch auf meine Freundin warten die bis 14 h arbeiten musste. Um 17 h war es dann endlich soweit, und es ging auf die Bahn. Heute sollte es noch soweit wie möglich Richtung Wörthersee gehen, was uns reibungslos gelang. Das Mobil schnurrte gerade zu samt Mopedanhänger über die Autobahn. Erste Gedanken auf Nachtruhe kamen in Höhe der Arroganz Arena in München, wo ausserhalb des Spielbetriebes gut 100 Stellplätze auf dem Busparkplatz für Wohnmobile zu Verfügung stehen.Wir entschieden uns aber noch an München vorbei zu fahren, um am nächsten morgen das ganze noch entspannter angehen zu können. So wurde dann gegen 22 h das Nachtlager auf dem Rasthof Irschenberg aufgeschlagen. Wir wollten dann noch das aktuelle Sportstudio anschauen, was auf unerklärlicherweise scheiterte. Dieses Phänomen sollte uns noch auf der kompletten restlichen Tour begleiten. So blieb nichts anderes als noch bei McDoof einzukehren, und dann nach akribischen sichern der Fahrräder und des Mopedanhängers durch meine Freundin zeitig in die Falle zu gehen.




Sonntag 29.08.10

Nach einer relativ ruhigen Nacht auf dem Autobahnrasthof am Irschenberg, und anschliessendem Frühstück beim grossen goldenen M. ging es weiter auf der A8 Richtung Süden.

Gegen Mittag erreichten wir unser 2. Etappenziel in Rossegg.

Auf einer Wiese vorm Gasthof Rossegger Hof, stehen 30 Stellplätze zur Verfügung. Für moderate 7 Euro Checkten wir ein, den Stellplatz kann ich nur empfehlen, einzigst das Wiesengelände kann bei Regen Probleme bereiten.

Am Nachmittag stand dann auch endlich das erste Spiel dieser Tour im ca. 60 Kilometer entfernten Krainburg (Kranj) in Slowenien auf dem Programm, das mit dem Länderpunkt Slowenien gekrönt werden sollte.

Also das Moped vom Mutterschiff abgeladen, und los gings. Da noch genügend Zeit war sollte noch eine Besichtigung von Velden am Wörthersee erfolgen. Hierbei handelte es sich offensichtlich um einen Ort der bevorzugt von schönen und reichen besucht wird.

Hier hielt es uns dann nicht lange, da fuhren wir lieber noch mit dem Moped gediegen durch die Karawanken. Die Motorradtechnisch gesehen einiges zu bieten haben. Auf kurvigen Strassen ging es durch bewaldete Täler, an Bachläufen vorbei hinauf auf Höchste Höhen, wirklich toll.

Im allgemeinen muss ich sagen, das Slowenien sich perfekt präsentiert hat. Hier sah man nur selten das man sich hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang befand. Die Strassen sind in einem perfekten Zustand, von dem wir in Deutschland stellenweise nur träumen können. Und auch sonst wirkt alles Sauber und aufgeräumt.

Gut 1 Stunde vor Spielbeginn trafen wir an der Spielstätte in Krainburg ein. Nach dem das Moped Parkplatzstrategisch gesehen einwandfrei geparkt war, machte man sich einen ersten Eindruck vom Sportni Center Stank Mlakar. Das bis auf die Toiletten in einem sehr guten Zustand zu sein schien. Es hatte eine große überdachte Haupttribüne älteren Baujahres, und eine relativ neue unüberdachte Gegengerade. Die beiden Hintertorbereiche waren ohne Ausbau, lediglich mit einem 2 Meter hohen Zaun bebaut. Also rein, um das Kracherspiel N.D. Triglav Gorenjska vs. N.K. Rudar Velenje der slowenischen Prva Liga zu verfolgen.

Es hatten sich ca. 1000 Zuschauer eingefunden um das Spektakel zu sehen, davon waren ca. 30 Mann aus Velenje angereist. Über das Spiel an sich, möchte ich an der Stelle den Deckmantel des Schweigens hüllen, nur soviel GRAUSAM ! Es endete 1-0 für die Gastgeber. So etwas wie Support kam wenn in überhaupt nur ansatzweise von den Gästen. Während des Spiels war dadurch genügend Zeit um die dunklen Wolken zu beobachten die sich über den Karawanken hinter dem Stadion zusammen zogen, und wie es vereinzelt zu heftigen Gewittern in der Nähe kam. Da man mit dem Moped unterwegs war beunruhigte einem das schon etwas. Als endlich der ersehnte Abpfiff ertönte, gab es nur ein Fazit für mich. Ausser wegen des Länderpunktes muss man nicht unbedingt einem slowenischen Fussballspiel einen Besuch abstatten.

Wider erwarten kamen wir auch noch trockenen Fusses wieder am Wohnmobil an, vor diesem wurde dann auch endlich der LP Slowenien gebührend begossen. Nach einem sehr guten Abendessen im Gasthof Rossegger Hof widmeten wir uns dann der Erholung. Somit war dann auch der 2. Tag der Tour vorbei.



Montag 30.08.10

An diesem Morgen wurde es recht hektisch bei uns, da ich wegen des einsetzenden Regens zum Aufbruch drängte. Das Frühstück musste warten, da wir auf der bereits vorher erwähnten Wiese standen, und ich befürchtete nicht mehr von dieser herunter zu kommen. Und ich sollte recht behalten, wir waren gerade fertig mit dem verzurren des mitgeführten Krades auf dem Hänger, als es wie aus Eimern anfing zu schütten. Wieder mal alles richtig gemacht.

Als erstes musste eine Tanke her um ausreichend Brennstoff zu bunkern, als das erfolgreich beendet war überlegten wir unser weiteres Vorgehen. Geplant war an diesem Tag der Transfer durch Slowenien nach Kroatien, genauer gesagt bis zum Nationalpark Plitvicka Jezera an der Bosnischen Grenze. Das Wetter war aber so mies das wir erstmal einkaufen gingen in Klagenfurt, um abzuwarten bis der Wetterbericht für Kroatien aus der Heimat eintraf, den wir anforderten. Dieser versprach Besserung für die nächsten Tage, so das wir uns gegen Mittag endgültig auf die 3. Etappe begaben.

Wie schon am Vortag zeigte sich Slowenien von seiner schönsten Seite, nur ab und zu wurde die gute Laune an Bord von etwas Regen getrübt. Hinter Ljubljana bogen wir ins Hinterland ab, durch Täler Wälder und Wiesen ging es zielstrebig Richtung Kroatien. Welches wir an einem gottverlassenen Grenzposten erreichten. Die grimmig dreinschauende Zöllnerin lies uns auch irgendwann nach eingehenden Passkontrollen passieren. Dieser Blick war noch alte Ostblock Schule, so etwas kann man nur hier sehen. Ab dem Grenzposten wurden die Strassen von Kilometer zu Kilometer immer mieser und kleiner. Die Krönung waren die letzten 60 Kilometer, die uns die Navi durch übelstes kroatisches Hinterland lotste. Teilweise war nur noch Schrittgeschwindigkeit möglich, wollte man nicht beide Fahrzeuge Totalschrotten. Die Schlaglöcher waren so tief wie Täler, und die Strasse so schmal das wir mit unserem Mobil schon Probleme hatten vorbeizukommen. Auch diverse Begegnungen mit Ästen waren nicht zu vermeiden, zu dem Zeitpunkt hoffte ich noch das nichts passiert ist. Desweiteren wurde der Strassenrand von zerschossenen Häusern und diversen Minenfeldern gesäumt, was einem doch irgendwie bedrückte. Aber man stellte dennoch belustigt fest das man nicht das einzigste Opfer der modernen Navigationstechnik war. Da kamen uns Reisemobile entgegen die stellenweise doppelt so groß wie unseres, von denen ich gerne wissen würde wie die durch manche Kurve, oder an verschiedenen Hindernissen vorbeigekommen sind. Aber auch dieses Drama nahm irgendwann ein glückliches Ende, und wir hatten die letzten Kilometer bis zum Campingplatz wieder halbwegs vernünftige Strassen unter den Rädern.

Nun ging es darum in Nationalpark Nähe einen Campingplatz für 2 Nächte zu finden. Die Wahl fiel nach längerer Suche auf den Campingplatz Korana, den wir eigentlich auch schon vorher als Favoriten auserkoren haben. Die Formalitäten waren ratzfatz erledigt, danach konnten wir uns unseren Stellplatz selbst raussuchen, der wegen des beginnenden Regens dann in der Nähe des geteerten Hauptweges lag. Das sollte sich auch als sehr clever herausstellen, während wir noch unser „Lager“ aufschlugen, kam ein Wohnmobil aus Bayern, das sich prompt auf der Wiese festfuhr, und keinen Zentimeter mehr vor oder zurück kam. Seine Fahrt endete jäh in einem Schlammloch, was die Copilotin, nach der Lautstärke ihres Schreianfalls, wenig begeistert haben dürfte. Wir nahmen dieses Wortgefecht das über den ganzen Abend immer mal wieder aufkam, amüsiert zur Kenntnis. Nun musste ich Feststellen das “Gerry” doch Schaden genommen hatte. An der Dachluke tropfte es nun, verdammt. Also kletterte ich auf das Dach um den Schaden notdürftig mit Klebeband zu flicken, was auch für heute reichen sollte. Es war nun wieder dicht, und wir konnten uns wieder anderen Dingen widmen. Nach einer kleinen Platzrunde liessen wir den Abend bei Spaghetti und Dosenbier ausklingen, da sich unser Entertainmentsystem immer noch eine Auszeit nahm.

In der Nacht bereiteten die Jungs aus dem ca. 5 Kilometer entfernten Bosnien anscheinend einen weiteren Krieg vor. Man hörte die ganze Nacht hindurch Artilleriefeuer und Schüsse, was meine Freundin zutiefst beunruhigte.

Aber zu einer Invasion kam es dann letztendlich doch nicht, und wir überlebten die Nacht unversehrt.



Dienstag 31.08.10

Nach ausgiebigem Frühstück bei bestem Wetter, kam es zum nächsten Akt mit unserem Freund aus dem Bayernland. Auch der Zwockel wollte nun zum Nationalpark, vergas aber das er sich gestern Abend festfuhr. Nach einigen sinnlosen Versuchen und herber Kritik von der noch immer aufgebrachten Copilotin, schlich er gebrochen vorbei, um einen Traktor zu suchen. Dieser Versuch scheiterte kläglich, da niemand einen Traktor dabei hatte.:-)

Und es auf dem Campingplatz keinen zu geben schien, so mussten eben wir und der andere Nachbar helfend einspringen um das Teil aus Schlamm zu schieben und das Drama zu beenden. Quax bedankte sich artig nach geglückter Bergung und zog von dannen. Dies sollte allerdings noch nicht die letzte Begegnung mit dem Spezialisten sein, wobei man schon Mitleid haben musste, ob der quängelnden Copilotin.

Nach all der Aufregung ging es mit dem Moped Richtung Nationalpark. Positiv war, das alle anderen Fahrzeuge auch hier mittlerweile ordentlich zur Kasse gebeten wurden. Nur mit dem Motorrad war das parken noch kostenlos, was die Reisekasse entlastete. Also Tickets gelöst, und ab in den Nationalpark.

Der Nationalpark Plitvicer Seen wurde 1949 gegründet, und wurden bei uns durch die Karl May Filme bekannt, die hier gedreht wurden. Zum Park muss ich sagen, das obwohl ich schon zum zweiten mal dort war, es immer wieder faszinierend ist dieses Naturschauspiel aus Bächen, Seen, Urwäldern und Unzähligen Wasserfällen anzusehen. Ich kann nur sagen das der Besuch des Nationalparks unbedingt zu einem Trip nach Kroatien gehört. Gegen Mittag lief uns auch wieder unser bayrischer Freund nebst Familie über den Weg. Er berichtete von horrenden Parkplatzgebühren für sein nicht geländetauglisches Mobil, glücklich der, der sein Moped dabei hat.

Am späten Nachmittag verabschiedeten wir uns aus dem Nationalpark, und traten den Rückweg zu Fuss an. Dieser führte uns direkt am See entlang in Richtung Parkplatz. Bei der Gelegenheit stellten wir fest das wenn wir diesen Weg auch schon am Morgen gewählt hätten, wir uns den eintritt hätten Sparen können. Die Tickets wurden nur kontrolliert wenn man mit dem Boot in den Park fuhr.

Nun wurde auf dem Weg zum Campingplatz noch Grillgut besorgt. Also beschäftigte ich mich erstmal damit den geschenkten Grill zusammenzusetzen, dieses gelang sofort. Als Problem stellte sich das Brennmaterial heraus, dieses sollte von unsrem Rentner zu Hause besorgt werden, was dieser auch tat. Unvorsichtiger weisse habe ich es dann unkontrolliert eingepackt, was ein Fehler war. Hatte der Rentner doch statt Holzkohle Briketts gekauft, und die lassen sich nur sehr schlecht mit herkömlichen Mitteln entzünden. So das ich meine liebe Mühe hatte eine vernünftige Glut bereitzustellen.

Bei der Aktion hätte ich beinahe noch den ganzen Anhänger abgefackelt, aber alles ging gut und das Grillgut wurde doch noch perfekt gegart. Bei dessen Verzehr, und einigen Bieren wurde der Tag bei bestem Wetter noch ein wenig genossen.



Mittwoch 01.09.10

Am heutigen morgen ging es früh raus aus den Federn, stand doch die nächste Etappe bis Pula auf der Istrischen Halbinsel an. Nach ausgiebigem Frühstück gingen wir diese dann auch voller Elan an. Der Weg zur Küste führte uns auch wieder durch tiefstes Kroatisches Hinterland, durch verlassene Ortschaften wo man auch hier überall noch die Spuren des Bürgerkrieges sah.

Gegen Mittag kamen wir auf dem Vratnik Pass an, auf dessen Höhe schauten wir uns die Festung an. Von da aus hatte man einen herrlichen Blick ins Hinterland sowie auf die Küste mit der vorgelagerten Inselwelt, und deren größte Insel Krk die besonders ins Auge fiel. Hier waren auch deutlich wärmere Temperaturen zu vernehmen, was mich veranlasste sofort in die kurzen Hosen zu Springen. Nun begaben wir uns auf den Abstieg vom 700 Meter hohen Pass, was die Bremsanlage unseres Gespanns an seine Grenzen brachte. Nun ging es auf der Küstenstrasse bis nach Rijeka, hier stand eine Raffinerie neben der anderen. Auch der Geruch war hier dementsprechend.

Hinter Rijeka fuhren wir zügig gen Istrien, einzig der anfängliche Pass Richtung Vranja, hielt unser überschaubar motorisiertes Gefährt etwas auf.

Nachmittags erreichten wir den Camping Park Umag der uns von mehreren Seiten wärmstens empfohlen wurde.

Das einchecken verlief ein mal mehr problemlos. Den Stellplatz durften wir uns selbst aussuchen, was bei der Größe des Platzes mit mehr als 2000 Plätzen sich etwas schwierig gestaltete. Man wurde aber dennoch fündig.

Nun erfolgte der Aufbau, da man hier ja etwas länger verweilen wollte. Nach getaner Arbeit und einem "Entspannungsbierschen" wurde der Campingplatz erkundet. Wo wir uns in anbetracht des sehr billigen Essens in den 3 Restaurants des Camping dazu entschlossen die Küche kalt zu lassen und Essen zu gehen. Nach einem sehr sehr guten Essen wurde dieser Tag sozusagen beendet.



Donnerstag 02.09.2010

Als erstes machte ich mich per Fahrrad auf um frische Brötchen und die obligatorische Bild Zeitung zu besorgen. Beides war kein Problem, und der Tag konnte bei bestem Wetter beginnen. Heute sollte es auch auf die Suche nach dem Kick gehen der den Länderpunkt Kroatien einbringen sollte, und das sollte sich noch als richtiges Problem erweisen. Zuerst wurden diverse kroatische Sport- und Tageszeitungen studiert ohne jegliches brauchbares Ergebnis. Da Länderspielpause war, war schon klar das es nur Unterklassig was geben würde, die Internet Recherche zu Hause blieb auch schon ohne Erfolg. Nur wenige Vereine hatten überhaupt eine Internetpräsenz, es musste also Alternativ etwas gefunden werden. Wir wollten uns heute Umag anschauen, bei der Gelegenheit wurde das Stadion von Umag aufgesucht um vielleicht vor Ort Infos zu bekommen, FEHLANZEIGE.

Umag selbst war jetzt nicht so der Bringer, alles sehr verschlafen. Am Hafen gönnten wir uns ein Eis, bevor wir aufbrachen um unsere Vorräte im Supermarkt zu ergänzen. In dem Zuge wurden noch einige Vereine in der Umgebung besucht, auch hier ohne Ergebnis. Wir beschlossen am Abend noch einmal im Internet zu recherchieren, zum Ergebnis muss ich ja nix sagen, es gab keines.

Wir beschlossen am nächsten Tag, bei dem geplanten Trip ins Hinterland noch mal die Augen aufzuhalten um irgendwo fündig zu werden.




Freitag 03.09.2010

Noch immer hatten wir keinen Kick gefunden, doch heute sollte die Wende eintreten.

Nach weiterer gescheiterter Internetsuche, startete meine Freundin eine Offensive bei der Campingplatz Rezeption.

Anfänglich war es schwierig das Anliegen zu Schildern, sie wurde dann aber an Elvis verwiesen der sich als glühender FCK Fan herausstellte.

 Wir sind ÜBERALL !!!!

Ihm wurde das Anliegen nochmals geschildert, auch er sagte das es wegen der Länderspielpause schwierig sei etwas zu finden. Aber er versprach uns sich bei Freunden und der Verwandtschaft zu erkundigen, am Abend sollten wir vorbeikommen und er hoffte uns bis dahin ein Ergebnis präsentieren zu können. Man war gespannt.

Auf dem Weg nach Motovun kamen wir nochmals am Stadion von NK Buje vorbei, und was sahen meine Äuglein denn da ? Der Platzwart war dabei das Geläuf mit Linien zu versehen. Wozu sollte er das tun, wenn nicht zum Zwecke eines Spieles. Also Jackpot ! Man beschloss später hier noch mal her zukommen.

Etwas beruhigter ging es durch das Hinterland nach Motovun, hierbei handelt es sich um eine Mittelalterliche Ortschaft hoch oben auf einem Berg.

Wieder einmal den Vorteil des Motorrades genutzt, und kostenfrei direkt am Eingang geparkt. Alle anderen Fahrzeuge mussten auf den kostenpflichtigen Parkplatz unterhalb des Ortes, von dort aus gab es nur einen steilen Weg nach oben. So schlenderten wir durch das Örtschen, das völlig unberührt schien, man wähnte sich im Mittelalter. Einzigst das Filmteam mit seinen Equipment zeigte einem das man sich in der Gegenwart befand. Nach einer Pause in einem der vielen Cafés mit bombastischen Ausblick, fuhren wir weiter.

Wieder zurück Richtung Küste, wo wir die Küstenstrasse zurück nach Umag fahren wollten. In Novigrad sah ich dann eine Beschilderung die auf einen Sportplatz oder Stadion hinwies.

 Diese Schilder führten uns zum Stadion des NK Novigrad, das direkt an der Adria liegt. Echt herrlich gelegen, aber keine Menschenseele zu sehen. Ohne irgendeinen Hinweis auf ein Spiel zu finden drehten wir ab. Neben dem Stadion entdeckten wir eine Pizzeria, die wir kurzerhand auserkoren uns ein Abendessen zu servieren. Meine Freundin sprach kurzerhand noch den Kellner an ob ein irgendein Spiel im benachbarten Stadion in Aussicht wäre. Dieser konnte etwas Deutsch und hatte entscheidende Informationen, am Samstag morgen sollten ab 10 Uhr Jugendspiele stattfinden. Welche Altersklassen genau wusste er aber nicht, aber wenigstens etwas.

Die Pizza mundete, also beschloss man am nächsten Morgen wieder hier aufzuschlagen.

Zurück am Campingplatz gingen wir direkt zur Rezeption, wo uns Elvis schon lächelnd in Empfang nahm. Der hatte erfreuliche Nachrichten von 3 Spielen. Wobei allerdings nur einer, meiner Meinung nach Länderpunktauglisch war. Er sollte am Samstag 17 Uhr in dem bereits am Morgen gesehenen Stadion in Buje angepfiffen werden. Perfekt, es ergibt sich doch immer wieder etwas, im besten Fall springt sogar ein Doppler morgen dabei raus. Man plauderte noch ein wenig über den FCK, und die Bundesliga im allgemeinen.

Bevor wir auch diesen Tag, in freudiger Erwartung des morgigen, bei einem kühlen Blonden ausklingen lies.

 

Samstag 04.09.2010

Samstagsmorgen wurde früh geweckt, da man pünktlich zum ersten Jugend Kick um 10 h vor Ort sein wollte.

Also kurz gefrühstückt und los ging es. Am Ground in Novigrad angekommen sollte wirklich der Ball rollen. Offensichtlich sollten sich C-Jugendliche duellieren, gleichzeitig erkannte ich das im Anschluss daran die B-Junioren antraten. So entschlossen wir uns die Zeit bis zum zweiten Spiel mit der Stadtbesichtigung von Novigrad zu verbummeln, ein wirklich schönes Städtchen mit schönem Hafen. Nach einem gemütlichen Café am Strasserand sollte es endlich soweit sein.

Pünktlich zum Anstoss nahmen wir auf der kleinen Tribüne Platz.

Die Begegnung der Pioniri Liga Lautete NK Novigrad vs. NK Buje, das Spiel direkt am Meer endete 4-2 und war recht unterhaltsam. Das Stadion war schon etwas vergammelt, also genau nach unserem Geschmack. Und die Lage wusste auch sehr zu überzeugen, so das die Vorfreude auf den Abend mit dem damit Verbundenem Länderpunkt steigen lies.

Nach gelungenem Auftakt dieses Tages, fuhren wir frühzeitig nach Buje, zum Hauptevent dieses Tages, dem Spiel NK Buje vs. NK Istra Marsovo, ein Spiel der 4. HNL Zapad, vergleichbar etwa mit den Verbandsligen bei uns.

Das Gradski Stadion bot eine Haupttribüne über die gesamte Länge des Platzes. In der Mitte unter dem Sprecherturm gab es einige Sitzplätze, flankiert durch Stehtraversen. Auf den restlichen Seiten verzichtete man auf jeglichen Ausbau. Der Gesamtzustand der Anlage war schon sehr baufällig, was ihr aber dadurch wieder einen besonderen Charme verlieh.

Zuschauer waren nur wenige gekommen, aber diese waren mit unserem Besuch anscheinend vollkommen überfordert.

Die Rentner Fraktion beobachtete aufmerksam über die gesamte Spielzeit unser Tun- zwei offensichtliche Nicht Kroaten, Fussball schauende, fotografierende, in Motorradklamotten gekleidete Touris:-)

 Das Spiel an sich bot wenig Höhepunkte, was in Anbetracht der spätsommerlichen Temperaturen von knapp 30 °C auch zu erwarten war. Der Kick endete nach der  besseren 2. Hälfte verdient 2-0 für die Heimmannschaft.

Endlich konnte der Länderpunkt Kroatien verbucht werden, was an diesem Abend noch traditionell bei Cevapcici und ausreichend Pivo gefeiert wurde.



Sonntag 05.09.2010

Heute stand ein Spiel der Serie B in Italien, im 50 km entfernten Triest auf dem Plan, wo meine Freundin ihrer neu endteckten Leidenschaft dem Länderpunkte sammeln nachgehen wollte. Ja so ist das, ist man erstmal auf den Geschmack gekommen, lässt einem das nicht mehr los.

Und so ging es nach dem Mittagessen los nach Triest, dort kamen wir gut 2 Stunden vor Anpfiff der Partie US Triestina vs. Delfino Pescara 1936 am Stadion Nereo Rocco an. Hier deutete erstmal gar nichts auf einen bevorstehenden Kick hin.

Weder waren irgendwelche Stände von Fanartikeln, noch waren Imbisse oder ähnliches zu sehen. Einzig ein Kartenhäuschen hatte die Luke offen.

Da sich ansonsten niemand für das Spiel zu interessieren schien, waren nach Aufnahme der Personalien, was mich in Italien immer wieder ärgert, auch zügig Karten erstanden.

Nun wurde noch das Moped fachgerecht, und so sicher wie möglich geparkt.

Die Zeit bis zum Anpfiff verbrachten wir damit, das mitten in einem Wohngebiet gelegene Stadion von allen Seiten abzulichten. Und immer waren wir noch alleine, mit ein paar wenigen Polizisten hier, so langsam kam mir das sehr merkwürdig vor. Wenn ich nicht schon eine Karte in der Tasche gehabt hätte, könnte man nun 45 Minuten vor Anpfiff meinen hier wäre nix. Gut das die Zuschauerzahlen seit Jahren Rückläufig sind in Italien ist ja kein Geheimniss, aber hier herrschte richtig tote Hose !

Da die Stadiontore aber schon offen waren zog es uns hinein in das von aussen recht ansehnliche Stadion Nereo Rocco, das hier nur ein einziger Getränkestand geöffnet war muss ich nicht mehr erwähnen, das reichte bei dem Andrang aber auch vollkommen aus. In dem Stadion, das eigentlich 32454 Zuschauern Platz bot, waren dann auch nur die Haupt-und die Heimtribüne geöffnet. Ansonsten ist das Stadion mit seiner Dachkonstruktion schon nicht schlecht, war aber zum Anstoss mehr als spärlich besetzt. Gerade mal knapp 2500 Zuschauer zog das Spiel heute ins Stadion, davon ca. 20 Gästefans die es sich ebenfalls auf der Haupttribüne bequem machten.

Von Support der Heimfans war gar nichts zu vernehmen, auch konnte ich keine Zaunfahnen, Ultras oder dergleichen ausmachen. Das Spiel passte sich perfekt seinem Rahmen an, und ging trostlos 1-0 an die Heimtruppe. Ich kann mir diesen Rahmen bei einem Profi Kick in Italien bis heute nicht erklären. Und somit verlies ich restlos enttäuscht Triest wieder Richtung Kroatien.

Wenigstens hatte meine Freundin ihren Länderpunkt eingetütet.



Montag 06.09.2010

Am Heutigen Dienstag war nochmals Sightseeing auf der Istrichen Halbinsel angesagt.

Geplant war durch das Hinterland bis hinunter nach Pula zu fahren, und dann an der Küste zurück. Soweit die Theorie, in der Praxis fing es unterwegs so an zu kübeln, das wir direkt auf die Autobahn fuhren. Dort fing es an noch mehr zu kübeln, so das ich eigentlich umdrehen wollte, aber es kam keine einfach keine Ausfahrt. Nach mehr als 30 Kilometern (!!) kam die nächste Ausfahrt, und ich war mehr als nur nass.

Auch meine Sozia war nun vollkommen durchnässt.

Nun waren es nur noch 15 Kilometer bis Pula, und der Regen hatte nun auch nachgelassen. Also fuhren wir weiter bis Pula, wo wir an einem Einkaufscenter anhielten um uns trockene Socken zu kaufen. Meine wären an dem Tag, trotz wasserdichter Stiefel, ganz bestimmt nicht mehr getrocknet. Mit halbwegs trockenen Füßen fuhren wir in die Innenstadt. Pula ist eine wirklich sehenswerte Stadt. Die Arena gefiel mir persönlich am besten, aber auch die Altstadt hatte was. Zum Abschluss bestiegen wir noch den Hügel mit der Festung, von hier hatte mein einen tollen Blick über Pula.

Genug gesehen, nun wollte das Moped noch seinen Auslauf über die kurvige Küstenstrasse. Über diese erreichten wir dann Rovinj, das wir uns auch noch anschauten. Herrliches Hafenstädtchen, aber hochgradig überlaufen. Lag vielleicht auch daran, das gerade ein deutsches Filmteam mit Dreharbeiten beschäftigt war,deswegen hielten wir uns auch nicht all zu lange auf , und fuhren nach dem Besuch eines Eiscafes weiter.

Entlang des Limski Fjordes fuhren wir über Porec zurück zum Campingplatz.

Die Strassen waren gesäumt von Restaurants, in jedes wollte man uns mit allen möglichen Mitteln locken. Wohlgemerkt in voller Fahrt auf dem Motorrad, ein Wirt sprang sogar vor uns auf die Strasse um uns anzuhalten. Vor jedem dieser Wirtshäuser wurde ein Spanferkel auf offenem Feuer gegrillt, und das meistens direkt an der Strasse. Das war schon sehr amüsant.

Nach unfallfreier Rückkehr wurde erstmal alles reisefertig gemacht, da es morgen auf die Etappe in die Schweiz gehen sollte.

 Am letzten Abend wurde nochmal vorzüglich im Campingplatz Restaurant gespeist, bevor wir zeitig unter die Decken schlüpften.


Dienstag 07.09.10

Heute stand lediglich der Transfer nach Lugano auf dem Programm, nach 540 unspektakulären Kilometern hatten wir unser Ziel in den Abendstunden erreicht.

Dieser Campingplatz war mir noch von einer vorherigen Tour mit Schwager und Mottorad bekannt. Der Aufbau wurde routinemäßig erledigt, und der Tag wurde bei Bier und Grillgut beendet.



Mittwoch 08.09.10

Dieser Tag begann mit einer bösen Überraschung, es regnete. Das an sich war ja noch kein Problem. Aber das in Kroatien zum ersten mal bemerkte und dort notdürftig geflickte Leck aber dafür schon. Dicke Tropfen suchten den Weg ins Innere.

Zunächst wurde mittels eines Eimers die vorläufige Entwässerung sichergestellt, eine Begutachtung des Schadens musste aber erstmal warten da es wie aus Eimern schüttete. In einer Regenpause musste ich feststellen das das zuvor angebrachte Klebeband “quasi” nicht mehr vorhanden war.

 Danach ging es zu Fuß, und mit einem Schirm bewaffnet, in den am Flughafen gelegenen Baumarkt, wo ich Dichtmasse und die dazugehörige Spritze käuflich erwarb. In einer weiteren Regenpause kletterte ich aufs Dach, um die Leckage fachgerecht zu beheben, was nun auch anscheinend geglückt war.

Da der Tag ja nun ziemlich gelaufen war, und es immer wieder regnete beschlossen wir mit der Bahn ins Zentrum von Lugano zu fahren.

Damit wir wenigstens noch einwenig Sightseeing machen konnten. Da ich schon öfters in Lugano war, gab es heute nichts neues für mich zu entdecken. Am abend lies der Regen dann doch noch nach, so das man wenigstens noch ein Bierschen im Freien vor dem Womo geniessen konnte. Auch das Dach schien dichtzuhalten so das man den Tag entspannt ausklingen lassen konnte.


Donnerstag 09.09.10

Am heutigen Donnerstag war das Wetter wieder besser, so das wir mit dem Moped die Gegend erkunden konnten. Soweit das noch möglich war. War man doch schon bestimmt fünf bis sechsmal mit dem Grad hier in dem Gebiet unterwegs.

Unser Weg führte uns durch die Berge zum Comer See, um diesen herum nach Como, wo wir dann auch die Stadt besichtigten, eine sehenswerte Alstadt bot sich uns dar. Nach einem hervorragendem Cappuccino ging es am Lago Maggiore vorbei zurück zum Campingplatz.

An diesem Abend konnte auch endlich wieder der Grill angefeuert werden, auch einige Bierchen sollten nicht fehlen.


Freitag 10.09.10

Das Wetter war wieder in Ordnung, so das nach dem Frühstück der hochalpinen Motorradtour nichts mehr im Wege stand. Heute wurde es eine wunderschöne Pässetour über den San Bernadino, Splügen und Umbrail Pass. Auf ersterem trafen wir auf eine ganze Horde wildgewordener britischer Sportwagenfahrer, die auf dem Weg zu dem am Wochenende stattfindenten Formel 1 Rennen nach Monza waren. Es ist schon ein Spektakel wenn solche PS Boliden über einen Alpenpass donnern, wenn auch für die anderen Verkehrsteilnehmer nicht ungefährlich.

Im Hospiz genossen wir noch einen Kaffee in der Sonne, und erholten uns ein wenig.

Zurück auf dem Campingplatz gab es ein schnelles Essen, denn heute abend sollte auch endlich wieder Fussball auf dem Programm stehen. Der Ground war nach dem Ausfall der Navi, und ich die Adresse natürlich nicht aufgeschrieben hatte, alles andere als einfach zu finden. Mit leichter Verzögerung, und einigen Irrwegen war es dann aber dennoch geschaft, und der Schmucke Sportplatz des FC Paradiso war gefunden.

Das Spiel des FC Paradiso vs. FC Stella Capriasca lief schon gute 5 Minuten, was mich allerdings nicht so sehr ärgerte wie andere Hopperkollegen. Ich kann da schon viel besser damit umgehen. Wie wir dann feststellten waren wir nicht die einzigstens Ausländer an diesem Abend hier. Aus der benachbarten Jugendherberge tummelte sich noch Teile einer Deutschen Schulklasse, die wohl nicht dieselbe Absicht hatten wie wir. Dies merkte man nicht zuletzt daran, das wir von denen beim Bilder machen etwas schräg angesehen wurden. Der Ground an sich hatte auf der kompletten Sportheimseite 3 Stufen, ansonsten aber keinen weiteren nennenswerten Ausbau. Auch in diesem Fall riss es die spektakuläre Lage des Platzes wieder raus. Das Spiel Endete nach 90 Minuten unspektakulär 1-1 unentschieden.

Das Obligatorische Groundbier wurde bei dem tollen Wetter heute abend vor dem Wohnmobil gereicht, und es blieb auch nicht bei einem einzigen.


Samstag 11.09.10

Heute stand eigentlich nur das Spiel in Chiasso auf dem Zettel. So das wir die Zeit bis zur Abfahrt mit urlaubstypischen Tätigkeiten wie den Besuch eines Shoppingcenters, oder Kaffeetrinken in der Altstadt von Lugano überbrückten. Erreignislos bis dahin, sollte es nun zeitig losghen in das ca. 60 Kilometer entfernte Chiasso.

Das Stadio Comunale war diesesmal schnell gefunden, und das Moped am nahe gelegenen Friedhof abgestellt. Somit stand der Begegnung FC Chiasso vs. FC Winterthur nichts mehr im Wege. Das Stadio Comunale liegt am Stadtrand von Chiasso, und ist im Großen und Ganzen recht unscheinbar. Es weisst eine große überdachte Haupttribüne, und oval angeordnete Stehstufen ringsherum auf. Also nix besonderes. Zuschauermäßig ist in der 2. Schweizerliga ohnehin schon nicht viel zu erwarten, aber hier war es nochmal deutlich unter Durchschnitt. Aus Winterthur waren im besten Fall 30 Mann angereist, die das Spiel ohne jeglichen Support oder auch nur eines Versuchs in der Richtung verfolgten.

Auf der Heimseite war ebenfalls Totehose, die Stimmung auf dem Friedhof war ausgelassener wie hier im Stadion. So fügte sich das langweilige Spiel nahtlos in den Gesamteindruck ein. Zum Glück endet auch irgendwann das schlechteste Fussballspiel so das man nach einem müden 1-1 den Rückweg antreten konnte. So das wir den letzten Abend dieser Tour bei bestem Wetter nochmals vor dem Wohnmobil geniessen konnten. Tags darauf sollte es zurück in heimatliche Gefilde gehen.


Sonntag 12.09.10

Es ging frühzeitig an einem Stück zurück

Richtung Heimat, wo diese Tour auch ihr Ende finden sollte.

Als Fazit bleibt diesmal das man Fussballtechnisch nicht viel überzeugendes gesehen hatte, aber die meisten Grounds an sich konnten durchaus in irgendeiner Art und Weise Gefallen.


Schön wars...................