19-21.05.09 Die Überraschung am Bosporus

Aus einer Bierlaune heraus planten der Lehrer und ich kurzfristig den Trip zum Finale der Europa League in Istanbul. Solche Aktionen mit diversen Bieren im Kopf, sind immer gefährlich für den Geldbeutel.

Da bucht man auch schon mal etwas das man nicht braucht, oder um einiges billiger gegangen wäre. Aber Toi Toi Toi, es lief alles glatt und wir hatten ein richtiges Schnäppchen gelandet, wie sich im Nachhinein herausstellte.

Nach Manchester City bereits im Viertelfinale gegen den HSV aus dem Wettbewerb geflogen war, stand auch fest dass es für das Finale gegen Schachtar Donezk bezahlbare Tickets geben würde. Sogar der krasse Gegenteil war der Fall, die Ticketpreise rasselten geradezu in den Keller, wir bekamen im Vorfeld 2 Karten für die Gegengerade für 10 Euro das Stück, regulär würden diese mit 60 Euro zu Buche schlagen.

Entspannt machten wir uns dienstags morgens auf zum Frankfurter Flughafen, ich musste aber nur bis zum Lehrer in die Vorderpfalz. Von dort aus hatte der umtriebige Pädagoge eine Mitfahrgelegenheit organisiert, die erste Etappe ging mit seinem Nachbarn als Pilot bis nach Frankenthal an eine Tankstelle. Von dort aus nahmen uns dann zwei weitere Fußball Touristen aus Neustadt mit bis zum Airport, das sollte sich aber am Ende der Tour als suboptimal herausstellen. Aber der Reihe nach.

Im Terminal in Frankfurt genehmigten wir uns erst mal ein Paar Biere bevor es mit Kranich Airline Richtung Bosporus ging. Im Flieger selbst nutzten wir den Umstand der Gratisgetränke schamlos aus und legten in gewohnt souveräner Manier nach.

Ein für alle angenehmer Flug endete ereignislos und Pünktlich auf dem Atatürk Flughafen in Istanbul.

Die Einreiseformalitäten waren zügig erledigt, somit waren wir offiziell in die Türkei eingereist. Unvorbereitet wie wir wieder einmal waren, mussten wir uns erstmal einen Überblick verschaffen. Wir brauchten zuerst ein Transportmittel das uns zu unserem Hotel bringen sollte. Mit etwas weniger Standgas wäre das auch sicherlich etwas besser von der Hand gegangen, und wir hätten uns sicher für die kostengünstigere Metro entschieden.

Aber wir wählten die weitaus kompliziertere Methode, und suchten uns ein Taxi.

Der Lehrer feilschte mit der Taxi Mafia auf Leben und Tod, und einigte sich mit dem vermeintlichen Capo auf 20 Euro. Für die Entfernung eigentlich ein Schnäppchen, aber entgegen den 1,50 Euro für die Metro nicht konkurrenzfähig.

Aber dennoch fuhren wir mit dem bequemen Taxi Richtung City. Der Fahrer bretterte wie ein gestörter durch die Straßen und Gassen von Istanbul, einige Male kam der von mir zuvor Konsumierte Alkohol meinem oberen Ausgang gefährlich nahe.

Nur irgendwie fand der Knaller das Hotel nicht und ließ uns vor dem Viertel wo er es vermutete, mit dem Hinweis dass es irgendwo hier sein müsste, aus dem Wagen.

Nun wollte er sich natürlich nicht mit den 20 Euro begnügen und forderte dann mal eben frech das Doppelte, was wir natürlich keineswegs bereit waren zu zahlen. Nach zähen Verhandlungen und einem Telefonat gab er dann nach und verschwand mit seinen 20 Euronen tobend in den Straßenschluchten dieser beeindruckenden Stadt.

So rückte für uns nun die Suche nach unserer Unterkunft zurück in den Fokus. Der erste Passant den wir befragten, konnte uns mitteilen dass wir hier sogar richtig waren. Wir befanden uns allerdings auf der Rückseite des Hotels in einer Parallelstraße, nach 2 weiteren Minuten standen wir auf der richtigen Seite vor dem Eingang. Daneben befand sich dann auch ein Kiosk wo wir uns als erstes mit heimischen Gerstensaft eindeckten, der Flüssigkeitshaushalt will immer in Ordnung gehalten werden.

Das Einchecken verlief erstaunlich unkompliziert, so dass wir nach weiteren 5 Minuten in unserem Zimmer waren. Das Hotel erwies sich direkt als absoluter Volltreffer, alles sehr sauber und top eingerichtet.

Darauf gönnten wir uns eines der frisch erworbenen Biere der Marke “Efes” und erholten uns ein wenig von den Reisestrapazen.

Am Nachmittag rafften wir uns zu einer Erkundungstour auf, schließlich sollte auch die Kultur nicht zu kurz kommen auf unserem Trip.

Zuerst deckten wir uns beim Kiosk unseres Vertrauens mit Bier ein, Schließlich musste der Flüssigkeitspegel, wie bereits erwähnt, auf einem kontinuierlichen Niveau gehalten werden. Beim ersten genaueren betrachten der Gegend wo wir Quartier bezogen hatten, bemerkte ich dass wir anscheinend in dem für meine Wenigkeit standesgemäßen Installateur Viertel gelandet waren. Überall wurden Toiletten und andere Sanitärartikel feilgeboten, jeder Laden sah irgendwie gleich aus. In den Straßen tummelten sich Heerscharen von Handwerkern mit Handkarren und anderen abenteuerlichen Fortbewegungsmittel, hier hätten die Jungs der BG ihre wahre Freude!

Eine Straße weiter fanden wir eine Metrostation, wir mussten uns aber zuerst mit dem Münzen System vertraut machen.

Für Jede Fahrt, egal wie viele Stationen wurde anscheinend eine Münze Fällig, die bekam man an jedem Kiosk. Sehr geiles unkompliziertes System. In Deutschland aber undenkbar, weil viel zu einfach.

Nachdem wir uns mit ausreichend Münzen eingedeckt fuhren wir in Richtung Innenstadt, wo wir die Jungs treffen wollten die uns heute Morgen zum Flughafen mitgenommen hatten.

Unten am Bosporus erspähten wir die Flutlichtmasten des Inönü Stadions von Besiktas. Dieses liegt im Gleichnamigen Stadtteil in unmittelbarer Nähe zum Bosporus.

Das Stadion ist ein richtiges Brett, von außen lässt es sich ganz gut einsehen da direkt daneben eine Straße den Berg hinauf führt. Absolut beeindruckend mit seinen steilen Tribünen.

Aber leider würden wir auch hier kein Spiel sehen können, während unseres Aufenthaltes waren keinerlei Spiele angesetzt. Erst nach unserer Abreise würde das Derby zwischen Besiktas und Galatasaray stattfinden. Kann man nichts machen, somit blieb es beim Groundspotting.

Dafür besuchten wir noch das Vereinsmuseum, noch selten habe ich zuvor eine größere Pokalsammlung gesehen. Im Fanshop deckte sich der Lehrer noch mit einigen Merchandising Produkten ein, bevor wir uns an einem der zahlreichen Imbisse einen kleinen Snack in Form eines Fleischspießes mit Fladenbrot gönnten. Diese wurden einem an jeder Ecke angeboten und waren scheiss Lecker.

Anfänglich war ich von der Türkei und deren Hauptstadt als Ziel wenig begeistert, aber schon nach ein paar Stunden in dem Land musste ich feststellen das ich damit völlig daneben lag. Überall freundliche Menschen in dieser Mega Metropole und an jeder Ecke leckere Verlockungen.

Nach diesem feinen Imbiss machten wir erstmal eine Pause zur Flüssigkeitsaufnahme in Form eines überraschend guten Efes Pilsener.

Deutlich erfrischt schauten wir uns nun die blaue Moschee an, ein sehr imposantes Bauwerk. Allerdings habe ich mit den Gepflogenheiten der Muslimen so meine Probleme, aber auch diese Hürde wurde gemeistert.

Allerdings bleibt festzustellen dass ich mich mit dieser Form von Religion nie anfreunden werde, zum Glück muss ich das ja auch nicht.

Von hier aus ging unsere Erkundungstour weiter zum Taksim Platz, auf dem dahin kamen wir noch am Stadion von Kasimpasa vorbei. Das Teil liegt mitten im Wohngebiet an einem Hang, so dass man einen brachialen Ausblick über das 15 Millionen Städtchen hat.

Fotos konnten wir auch hier nur von außen machen, da die Sicherheitskräfte die das Stadion bewachten uns den Zugang verweigerten. Na Ja, das muss man alles nicht verstehen.

Am Taksim Platz überkam uns erneut der Hunger und natürlich auch der Durst.

Wir kehrten bei einem sehr freundlichen Wirt ein der uns mit allerlei Leckereien Versorgte. Wir labten uns für schmales Geld an vielen Spezialitäten, und frasen uns kugelrund. Auch der Alkohol floss hier in Strömen, da sage mal noch einer die Türken würden nur Tee trinken.

Unsere Fahrer vom Morgen haben wir nicht wieder getroffen, vielleicht morgen.

Nun machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Unterwegs entdeckten wir Flutlichtmasten die plötzlich in den Häuserschluchten die Nacht erhellten. Nach einigem Suchen fanden wir die Ursache, in Form eines Bolzplatzes. Hier herrschte ein reges Treiben, der Türke scheint gerne in der Nacht zu kicken.

Na ja, besser wie nichts dachten wir. Außerdem gab es einen Kiosk der Bier Verkaufte, so nahm das Drama seinen Lauf.

Wir verfolgten eine ganze Weile das Gebolze und vernichteten noch das ein oder andere Bier. Nur irgendwann war der Akku leer und wir wussten nun auch nicht so ganz genau wie wir zu unserem Hotel kommen sollten. Schwer betüddelt traten wir die letzte Etappe in Richtung Hotel an. Planlos irrten wir eine Zeit umher ohne unserem Ziel entscheidend näher zu kommen. Der Lehrer kam zu dem Schluss dass wir ohne fremde Hilfe aufgeschmissen wären und stürmte auf die auf der anderen Straßenseite befindliche Polizeiwache zu.

Mir sträubten sich die Nackenhaare als ich realisierte was er da gerade vorhatte. Er rannte wild gestikulierend auf die schwerbewaffneten Polizisten zu, die hinter Sandsäcken den Eingang der Polizeistation bewachten.

Schlagartig wurden diese nervös als sie den heran stürmenden “Jung Pädagogen” sahen, Gott sei Dank blieben sie aber soweit cool das sie ihn nicht direkt mit den auf ihn gerichteten Waffen abknallten.

Der Jüngere von den beiden ließ sich dann sein Anliegen vortragen, nach kurzer Beratung mit seinem Kollegen bekam er sogar eine detaillierte Wegbeschreibung. Auch den Rat so etwas nicht unbedingt noch einmal zu machen weil das auch in die Hose gehen könnte gab er uns mit auf den Weg. Die geschilderte Route führte uns dann auch erfolgreich zu unserem Hotel.

Zurück in unserem Zimmer war ich schon eingeschlafen bevor mein Kopf das Kissen berührte, ein anstrengender Tag hatte sein Ende gefunden.

Am nächsten Morgen ging es uns beiden überraschend gut, damit war nach dem Abend auf keinen Fall zu rechnen. Nach einem reichhaltigen Frühstück und reichlich Kaffee gingen wir motiviert an unser heutiges Sightseeing Programm.

Zunächst ging es erneut mit der Metro zur Galatabrücke, dort schlenderten wir etwas am Ufer entlang um ein paar Fotos zu machen.

Dabei sprach uns ein freundlicher Türke in perfektem Deutsch an ob wir zu dem Spiel am Abend wollten. So kam man ins Gespräch und wir nutzten die Gelegenheit doch noch etwas über ein weiteres machbares Spiel in Erfahrung zu bringen, aber nichts zu machen. Der Typ erklärte uns dass er extra aus Deutschland für das Derby am Wochenende angereist war, der Mann outete sich somit als Besiktas Fan.

Wir unterhielten uns eine ganze Weile, er erzählte uns dass er bei der Verwandtschaft erwartet würde bei der er zurzeit weilte. Wir verabschiedeten uns um unser Programm weiter zu verfolgen. Da bot er uns kurzerhand an sich uns als Tourguide zur Verfügung zu stellen, was wir natürlich dankend annahmen. Seine Verpflichtungen bei der Verwandtschaft sagte er Via Handy ab. Mohammed, wie auch sonst(?), führte uns zuerst durch den Basar, dort konnte man wirklich alles käuflich erwerben, vom Hammel bis zum Großbildfernseher gab es hier alles.

Er erklärte uns die Besonderheiten die es zu beachten gäbe wenn man hier etwas kaufen wollte. Aber dafür war keine Zeit, denn weiter ging die Wilde Fahrt. Der Gute legte ein Tempo vor da wäre jeder japanische Tourguide vor Neid erblasst, sofern das möglich gewesen wäre…

Er rannte mit uns durch die Straßen und zeigte uns diverse Moscheen Paläste und sonstige Sehenswürdigkeiten, und erklärte uns deren Geschichte. Langsam wurde mir die Rennerei echt Zuviel, auch der Konsum von Fleischspießen und Bier blieb gänzlich auf der Strecke. Viel gesehen haben wir, ohne Frage, aber ich war froh als der gute Mohamed am frühen Nachmittag endlich von uns abließ und wir unseren gewohnten Müßiggang frönen konnten. Wir verabredeten uns mit ihm für das Endspiel am Abend, wir konnten ihn überzeugen sich das Spiel Live im Stadion anzusehen.

Jetzt war es aber erstmal Zeit für eine ausgiebige Pause von dem Touristress.

Wir ließen uns in einem von unserem Freund empfohlenen Restaurant nieder und vernichteten direkt 2 Bier. Nach einer ausgiebigen Stärkung ging es nun gemütlich weiter. Der Lehrer hatte ja Extra einen leeren Koffer dabei um diesen mit Klamotten zu füllen, die es hier ja viel billiger geben sollte. Nach ein Paar durchstreiften Läden war aber klar, dass sein Koffer nicht voll werden würde. Das echte Zeug war auch nicht viel billiger als bei uns, das Lohnte sich nicht hierfür eine Strafe zu riskieren. Der andere billige Mist war schon auf den ersten Blick als Fälschung zu entlarven, auch wenn die Verkäufer das vehement bestritten. Ich leistete mir lediglich ein reduziertes Polohemd eines namhaften Sportartikelherstellers.

Aber nun wurde es langsam Zeit uns auf den eigentlichen Höhepunkt unserer Reise vorzubereiten, also zurück zum Hotel. Das fanden wir dieses Mal ohne weitere Zwischenfälle.

Für die Werder Fans wurde so eine Art Shuttle Service nach Asien eingerichtet, das Stadion von Fenerbahce liegt ja im asiatischen Teil der Stadt. Somit winkte an diesem Abend neben dem Länderpunkt auch noch der Kontinental Punkt Asien.

Das kostenlose Angebot in der Nähe unseres Hotels nutzten wir natürlich gerne und so kamen wir ohne große Probleme in der Nähe des Stadions an. Dort herrschte auch schon an allen Ecken Betriebsamkeit in Sachen Finale, allerlei Mumpitz wurde den angeheiterten Teutonen angeboten.

Für uns war nur das Angebot von Gerstensaft interessant und wir genehmigten uns erstmal ein Kaltgetränk. Danach folgten wir weiter den überschaubaren Massen in Richtung Stadion.

Überall wurden Fanartikel zum Spiel angeboten, an einigen Ständen konnte man sich problemlos mit Bengalos eindecken. dementsprechend qualmte und brannte es immer mal wieder um uns herum.

Unsere Verabredung vom Vormittag scheinte es sich anders Überlegt zu haben, der gute Mohamed wurde nirgendwo gesichtet.

In Stadionnähe suchten wir uns eine Kneipe wo wir noch etwas Zeit vergammeln konnten bis zum Anstoß. Hier waren auch einige Engländer zu Gange die sich wohl im Vorfeld für das vermeintliche Finale ihres Teams mit Tickets eingedeckt hatten.

Hier herrschte ein buntes treiben allerorts, es wurde gebechert als wenn es kein Morgen geben würde. Schwarzhändler versuchten ihre völlig überteuerten Karten an den Mann zu bringen, was bei der Masse an Tickets aber zu Dumpingpreisen schon vor dem Anpfiff führte.

Später hörte ich dass nach Anpfiff die Karten stellenweise verschenkt wurden, noch nie zuvor hatte ich ein so schwaches Interesse für ein Finale in einem europäischen Wettbewerb gesehen.

Es wurde nun aber Zeit sich Richtung Stadion zu bewegen, hierbei sollte uns etwas passieren das wir uns selbst irgendwie bis heute nicht erklären können. Das Şükrü Saracoğlu Stadion war eigentlich hermetisch abgeriegelt. Wir tranken unser Bier aus und machten noch einige Fotos von außen, da kam plötzlich ein Krankenwagen an gebrettert. Die Polizei rannte um uns herum um Platz für die Sanitäter zu machen. wir wurden auf die andere Straßenseite geschickt, dort erklärte uns ein Polizist dass wir hier auch nicht bleiben konnten. Das Spiel wiederholte sich noch ein paar Mal bevor wieder Ruhe einkehrte, nun schauten wir uns um wo wir nun waren. Wir versuchten den schnellsten Weg zu unserem Eingang zu finden, wir mussten aber nun verdutzt feststellen dass wir schon irgendwie im Stadion Inneren waren, wie das passiert war entzieht sich unserer Kenntnis.

Der Rest der Zuschauer musste sich durch zwei Sicherheitskontrollen kämpfen, für uns aber interessierte sich keine Sau, dann machten wir uns es direkt mal auf der Haupttribüne gemütlich, auch das scherte niemand.

Das Stadion wiederum enttäuschte uns von innen noch mehr als von außen, eine 08/15 Arena wie sie in Aachen, Duisburg oder Wolfsburg genauso steht. Es konnte also nur noch besser werden.

Beide Fan Lager warteten, dem Anlass entsprechend mit einer Choreo und Pyro zum Auftakt auf. Beide Seiten waren in etwa gleicher Mannschaftsstärke am supporten. Werder wie gewohnt mit solidem Auftritt, allerdings für ein Finale für mich persönlich bissl zu wenig. Donezk ab und an mal laut, aber ausser einer weiteren kleinen Pyro Einlage war ansonsten rein gar nichts zu sehen.

Diese Rahmenbedingungen mit halbleeren Rängen waren eines Finales einfach nicht würdig, lediglich ca. 35000 Fans liesen dafür begeistern das Spiel Live im Stadion zu Verfolgen. Auch das Spiel konnte einem nicht vom Hocker reißen, keine der beiden Mannschaften wollte etwas riskieren oder gar einen Fehler machen. Irgendwie hatte Donezk dann aber etwas mehr Glück und ging in der 26 Minute mit 0-1 in Führung, verdient oder nicht lassen wir mal aussen vor. Werder konnte in der 35. Minute ausgleichen, daran änderte sich in der regulären Spielzeit nichts mehr.

Somit durften wir uns noch mindestens auf 30 Zusätzliche Minuten freuen. Das Spiel ging dann letztendlich in der 97. Minute mit 1-2 an die Ukrainer, mir war es Egal, Hauptsache dass es endlich ein Ende hatte.

Somit durfte Donezk den Uefa Cup in den Nachthimmel von Istanbul halten.

Irgendwie war ich einfach nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Auch einige Fans mussten ihren Gefühlen Luft machen, so kam es noch zu einer kleinen Rennerei zwischen Türken und Ukrainern im Stadion.

Den Tumult hatten die Cops aber schnell wieder im Griff. Nach einer weiteren Fotorunde war auch für uns dieser Finaltag beendet und wir fuhren mit der Fähre zurück nach Europa. Die Shuttle Fähre spuckte uns mit Massenhaft schwer enttäuschter Werder Fans, Gott sei Dank in Hotelnähe wieder an Land. Dieses suchten wir auch ohne weitere Umwege auf, nach einem letzten Bier begaben wir uns die Horizontale.

Nach sehr erholsamen Schlaf packten wir unsere Sieben Sachen und checkten aus. Da unser Flug erst am frühen Nachmittag gehen würde, hatten wir noch etwas Zeit uns weiter umzuschauen. Ich war mit meinem Rucksack hierbei klar im Vorteil gegenüber dem Lehrer mit seinem riesigen leeren Koffer. Sah schon ulkig aus wie er mit dem Riesenteil durch die Gassen von Istanbul Manövrierte. Nach einem Letzten Imbiss wurde es nun Zeit zum Flughafen aufzubrechen, dieses Mal mit der Metro. Das dauerte zwar ein paar Minuten länger, war aber mit 1,50 Euro unschlagbar günstig.

Die restliche Zeit bis zum Abflug gammelten wir ab, da auch im Duty Free Bereich nichts brauchbares zu finden war.

Pünktlich landete unser Flieger in Frankfurt, wo uns mein Schwager schon erwartete, glücklicherweise hatte er Zeit und vor allem Lust uns abzuholen. Ansonsten wäre das ein größeres Problem geworden.

Anstrengende Tage einer besonderen Tour lagen nun hinter uns. Für mich persönlich war es eine ganz besondere Tour in ein Land in dem ich mit vielen Vorurteilen ankam und mit viel Begeisterung wieder verließ.

Ein echt Tolles Land mit vielen freundlichen Menschen.

Eine Geniale, in meinem Fall sogar Horizonterweiternde Tour geht zu Ende.

 

 

GEIL WARS!!