Wie erkläre ich einer Frau mein Hobby ?

 

Die Frau fürs Leben hatte ich nun  gefunden,  das war mir bei unserem ersten Treffen bereits klar. Der Fussball an sich, war ihr auch nicht fremd. Nur wie erkläre ich es ihr schonend, bzw. vorsichtig, das es bei meinem Hobby über den normalen Fussballfanatismus weit hinausgeht. Wir hatten auch schon vor unserem ersten Treffen mal darüber gesprochen, nur ich weiss das es für den Aussenstehenden erstmal nicht zu verstehen ist was einem in dem Fall so antreibt. Ich bin mir sicher, viele meiner Hopperkollegen hatten sicher auch schon ein ähnliches Problem.  

                     Nun gut, es Half alles nichts , ich musste es ihr irgendwie nahe bringen.

Im besten Fall könnte sie ja auch Gefallen daran finden, wovon ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausging. Ich dachte am besten kann man etwas beurteilen was man selbst erlebt hat. Also musste eine Frauen:-) taugliche Anfängertour her. Diese darf weder extrem weit gehen, noch sollte sie durch Doppler oder sonstiges gefährdet werden. Also musste ich bei der Planung auch auf Spritpreisdrückende Mitfahrer verzichten, an der Stelle noch mal sorry Sven.  

Auch beim Hotel durfte ich da ganz sicher nicht sparen. 

Da Frauen bekanntlich ja gerne in die Berge fahren, fiel meine Wahl auf ein Wochenende in der Schweiz mit nur zwei Spielen, und einer Übernachtung in einem 4 Sterne Hotel in Bern. Im Juli konnte da auch wettertechnisch nicht viel schiefgehen. Auch die Spiele hatte ich mit Bedacht gewählt, also konnte eigentlich auch hier nichts schiefgehen. Das es aber so überragend funktionieren sollte konnte ich nicht ahnen.

Früh am Samstag morgen fuhren wir zu den Eidgenossen, die Anreise verlief problemlos. Das größte Problem wurde ein Parkplatz am Hotel zu finden, da dieses in ein Einkaufs- und Freizeitzentrum integriert war. Da ich auf einem Schotterparkplatz sehr weit enfernt vom Hotel parken musste, warteten wir darauf das es endlich aufhören würde zu regnen so das wir im Hotel einchecken konnten. Zum Glück hörte der Regen auch irgendwann auf, so das das einchecken nur noch Formsache war. Von der “Lernenden”-der Azubine:-) bekamen wir nun auch endlich den Zimmer Schlüssel bzw. Karte. Das Zimmer war überragend, so das auch hier keine Probleme auftreten konnten. So konnten wir auch noch ein wenig entspannen, bevor es mit dem Bus in  Richtung Stadion ging. Durch den Bustransfer konnten wir wenigstens ein paar Biere im Stadion und davor geniesen, auch wenn das in der Schweiz kein billiges Vergnügen ist. Doch Geld sollte ja heute nur bedingt eine Rolle Spielen.  Auch das Umsteigen am Hauptbahnhof vom Bus zur Tram funktionierte reibungslos, so das wir nach einer Weile dann das Stade de Suisse erreicht hatten.


 Zu meinem Entsetzten hatten sie hier auch so eine Multifunktionsarena mit Einkaufspassage und Cafes hingestellt. Allein die Uhr aus dem alten Wankdorfstadion, die vor dem Stadion aufgestellt wurde, erinnerte noch daran auf welchem Historischen Boden für Deutsche Fussballfans wir uns hier befanden. Schade drum, aber glücklicherweise hatte ich noch das Vergnügen einem Spiel im Wankdorfstadion beiwohnen zu dürfen. Karten hatte ich im Vorfeld schon besorgt, damit auch hier keine Probleme entstehen. Nach einem ersten kühlen Blonden vorm Stadion ging es also hinein.

 

 


                                      BSC Young Boys Bern vs. FC Sankt Gallen


                                                          Stade de Suisse

 


Von Innen war es auch nicht viel besser, typischer Neubau mit 2 Rängen eben. Unsere Plätze auf dem Unterrang waren auch gleich gefunden, so das wir es uns gemütlich machen konnten. Die Zeit bis zum Anpfiff verging wie im Fluge. Beide Fanlager wussten beide positiv zu Überraschen. Ich hatte ja extra Karten geholt von wo aus wir beste Sicht auf beide Fanlager haben sollten. Doch der Schweizer Fussballverband ist wohl auch nicht wirklich besser als der DFB. Belegte er doch die Heimfans mit einer Sperre für die eigene Kurve, worauf diese kurzerhand in die Gästekurve in den Unterrang  umsiedelten. Nur ein paar Meter getrennt von einem sehr motivierten gut 1000 Mann starken "Auswärtsmob"aus Sankt Gallen. Was bitte macht es für einen Sinn die Heimkurve zu sperren wenn das Stadion selten mehr als 60 Prozent ausgelastet ist ? Das konnte und wollte ich einfach nicht verstehen. Dafür konnte man die Jungs aus Sankt Gallen sehr gut verstehen, die machten hier mal ordentlich Rabatz. Ein ganzes Arsenal an Bengalen und Rauch wurde hier während des Spiels abgefackelt, und fast über die ganzen 90 Minuten war Bewegung in dem Mob. Wirklich Geiler Auftritt !!

Auch meiner Begleitung schien dies zu Gefallen, so das wir uns noch ein Bier im Stadion gönnten.

Auch das Wetter wurde zusehends besser, während der zweiten Hälfte lies sich sogar die Sonne blicken. Das flotte Spiel endete schliesslich mit einem verdienten 1-1 unentschieden. Nun konnte ich auch meiner Begleitung zu ihrem ersten bewusst gemachten Länderpunkt gratulieren. Diese war doch sichtlich angetan von dem bisher erlebten.

So ging es sehr zufrieden zu Fuß zurück in die Innenstadt. Dabei zeigte sich Bern von seiner schönsten Seite, und die Sonne gab den Blick auf die nahen Alpen frei. Besser ging es ja fast nicht mehr. In der Altstadt liesen wir uns bei einem Italiener nieder, dessen Pizza war seit langem die beste die gegessen hatte. Das Teil kam direkt aus dem Holzofen, und war wirklich perfekt. Nach diesem gemütlichen Essen ging es wieder per Bus zurück ins Hotel, wo wir den Abend an der Bar ausklingen liesen.

Der nächste Tag begann mit einem sehr sehr guten Frühstück im Hotel ganz entspannt. Heute sollte es zum Spiel AC Bellinzona vs. FC Luzern gehen, für die Streckenplanung kamen mir die  Erfahrungen von diversen Motorradtouren durch die Schweizer Alpen sehr zu Gute. Natürlich hätte ich auch einfach die Autobahn und den Gotthardtunnel nutzen können, aber nein, ich hatte ja eine Mission zu erfüllen. 

Da wir an diesem Tag aber bestes Wetter hatten wählte ich die Route über den Susten- und Gotthardpass. An den markanten Punkten der Pässe wurde gehalten um die Aussicht zu geniesen, und die war heute wirklich überragend.

Der Höhepunkt war dann sicherlich noch die Fahrt Richtung Tal, hierzu fuhren wir die alte mit Kopfsteinpflaster belegte Route, diese wird eigentlich nur von Touristen und Hauptsächlich von Motorrädern benutzt. Somit wurde es eine perfekte Anreise nach Bellinzona.

Wir parkten unser Gefährt in Stadionnähe und besorgten erstmal Eintrittskarten. Kleiner Wehrmuttropfen war, das die Haupttribüne ausverkauft war, und nur diese Sitzplätze zu bieten hatte. Aber nach dem Erfolg vom Vortag konnten wir nun in den nächsten Level aufsteigen und Stehplatzkarten Kaufen. Das war somit erledigt, und wir konnten noch durch die sehr sehenswerte Altstadt von Bellinzona streifen, die nur einen Steinwurf vom Stadion entfernt ist. Auch die Festung mit ihren mächtigen Mauern wusste zu gefallen, die Lage von Bellinzona mit Ausblick auf die Alpen und das Gotthardmassiv ebenso.

Somit ist das Stadio Comunale eines der schönstgelegenen Stadien das ich zu diesem Zeitpunkt besucht hatte. Womit wir wieder beim Thema wären.

                                             AC Bellinzona vs. FC Luzern

                                                      Stadio Comunale



Dann mal rein in die gute Stube. Das Stadion hatte neben einer überdachten Hauptribüne noch ein paar Stehplätze im Rund zu bieten, auch ein paar Rasenwälle waren zu bestaunen. Ansonsten konnte es eignetlich nur durch die Lage Punkten. Fan technisch gesehen war es auch mau, lediglich die 300 Mann aus Luzern konnten ab und an auf sich aufmerksam machen. Das Spiel selber hatte da schon mehr zu bieten, obwohl knapp 30 Grad auf dem Thermometer zu sehen waren entwickelte sich ein flotter Kick den Luzern mit 1-2 für sich entscheiden konnte.

Alles in allem ein weiterer gelungener Nachmittag auf dieser Tour. Auch meiner Begleitung wusste das Ereignis zu gefallen, so das wir entspannt die Rückfahrt antreten konnten. Diesesmal wählte ich die Route durch den Tunnel, so das wir gegen 20 h zu Hause aufschlugen.Meiner weiblichen Begleitung hatte es sehr gut gefallen, und es war eine der teuersten Touren aller Zeiten:-)!

Aber es hatte sich vollends gelohnt! 

 

 

 

 

Das Hobby meines Mannes....


Jetzt mal das ganze aus meiner Sicht:-)....


Als wir uns kennenlernten war schon klar, das König Fußball das Leben meines Freundes bestimmte, ewige Mitgliedschaft in einem Verein, den ich bis jetzt nur in der „Gästekurve“besucht hatte und dann das etwas andere Hobby das „Groundhopping“.

Einfach erklärt -so hatte er es mir erklärt- “Das sammeln von Fussballstadien oder Sportplätzen“in aller Herren Länder!

Ookay, dachte ich mir, es gibt verrrücktere Hobbys, ich war ja auch schon vorbelastet, von Papa und Bruder her und meine eigene kleine Vergangenheit in diversen Fussballstadien der Bundesliga, aber auch Kreisligaplätzen!

Und genau dieses Hobby wollte er mir an diesem Wochenende näher bringen.

Es sollte Richtung Schweiz gehen, zu meiner Freude, denn Berge und die Schweiz fand ich schon immer super.

Früh morgens gings los, in Bern -unserem Ziel für die Nacht- angekommen, parkten wir etwas weiter weg, da das Hotel in einer Shopping Mall integriert war und sämtliche Parkplätze belegt waren, nachdem es dann auch aufgehört hatte zu regnen machten wir uns Richtung Hotel auf, was sehr gut ausgesucht war von meinem Freund, grosses Lob!

Alles um mir Fussball zu zeigen und nahe zu bringen:-)....Nach dem einchecken machten wir uns mit dem Bus auf in Richtung Innenstadt und dem Stade de Suisse, dem ehemailgen Wankdorf Stadion.

Angekommen war ich leicht erstaunt, das es Fussballstadien integriert in Einkaufszentren in der Schweiz gab, was mir ehrlich gesagt nicht so gefiel, ich hätte es gerne in seiner Ur Form gesehen!

Trotzdem war ich beeindruckt von dem regen Treiben vor dem Stadion, dem wir uns munter anschlossen und ein -recht teures- Bierchen tranken!

Die alte Stadionuhr aus dem Wankdorf Stadion, die stehen gelassen worden war, fand ich auch als Zeitzeugen sehr sehenswert (fing es da schon an:-)...?), schliesslich fand hier das Endspiel unserer Elf 1954 statt.

Nun ging es hinein, ich muss sagen es gefiel mir dann doch ganz gut das Stade de Suisse, das Spiel fand ich auch gut, besonders die Fans des FC Gallen, die munter zündelten, da hatte ich ja schon immer ein Schwäche für:-).

Nach ereignisreichen 90 Minuten hatte ich also meinen ersten Länderpunkt beim „Groundhopping“, fühlte sich ganz gut an:-).

Wir machten uns auf den Weg in die Innenstadt Berns, von der ich behaupte das sie in meinen Augen die schönste Stadt der Schweiz (mittlerweile habe ich ja auch schon einige gesehen.-)) ist.

Wir suchten uns in der Altstadt eine kleine aber sehr gute Pizzeria und liessen dort bei einem weiteren Bierchen den Abend ausklingen.

Am nächsten Morgen machten wir uns bei herlichem Sonnenschein auf in Richtung Bellinzona, es sollte über den Susten und den Gotthardpass ( Beeeerge:-)) und den alten Fuhrweg wieder runter

(seehr gelungene Streckenplanung:-)), der noch mit dem originalen Kopfsteinpflaster belassen worden war, ich war von der herrlichen Aussicht und der Umgebung begeistert:-)!

In Bellinzona angekommen war noch etwas Zeit, so das wir uns die Altstadt ansehen konnten um später dann zum Stadion und dem Spiel AC Bellinzona vs.FC Luzern zu gehen, das Stadion war jetzt wieder was ganz anderes wie das Stade de Suisse, aber es hatte auch seinen Reiz!

Vielen Dank an meinen damaligen Freund.-), meinem heutigen Mann, das er diese Tour mit mir so schön geplant hatte, die Faszination Groundhopping hatte mich gepackt, auch wenn es nicht immer leicht zu erklären ist, wenn eine Freundin mich wieder mal frägt, warum wir diese Mannschaft in dem Land jetzt anschauen....aber es ist nicht nur das Groundhopping an sich, dazu gehört in meinen Augen auch das Abenteuer, die dazugehörigen Städte, oder Umgebung zu besichtigen und die Freude bei Sonnenschein, einem Bierchen und einer guten Wurst (Egal ob Klobasa, Merquez oder Bratwurst)in einem (Ich mag die alten Stadien.-))Stadion zu sitzen und Fussball zu schauen.